Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
Hauptmenü:
Suchbegriff eingeben: Suchen
 Erfahren Sie mehr über den Reformprozess innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Logo Kirche im Aufbruch
 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Sieben am ersten Tag

Superintendent Dr. Detlef Reichert und Oda Findorff-Otto vor der neu eröffneten evangelischen Wiedereintrittsstelle.

Eine Entscheidung zurückzunehmen ist oft schwierig. Zum Beispiel den Austritt aus der evangelischen Kirche: Wer wieder Mitglied werden will, muss zuerst zum Gemeindepfarrer. Und wenn der nun peinliche Fragen stellt? Ist die Hürde des Gesprächs genommen, wird der Antrag auf Wiederaufnahme im Presbyterium (Gemeindeleitung) beraten, erst danach gehört man wieder dazu. Das ist umständlich und schreckt manch einen ab.

Einfacher geht es seit dem Himmelfahrtstag 2004 in Ostwestfalens erster evangelischen Wiedereintrittsstelle. Der Gütersloher Superintendent Dr. Detlef Reichert eröffnete sie auf dem regionalen Kirchentag in Neubeckum.

"Jeder, der eintreten möchte, kann kommen. Und wer noch überlegt, kann sich auch zunächst informieren und beraten lassen", so Reichert bei der offiziellen Eröffnung kurz nach 13 Uhr. Schon zuvor hatte es das erste Wiedereintrittsgespräch in der diskret am Ende der Martin-Luther-Straße gelegenen Holzhütte gegeben. Und das Interesse blieb groß. Als sich die Gläubigen um 17 Uhr zum Abschlussgottesdienst trafen, waren sieben Menschen wieder in die evangelische Kirche eingetreten - eine erfreuliche Bilanz für die Organisatoren.

Die Wiedereintrittsstelle des Kirchenkreises Gütersloh wird jetzt zunächst von Superintendent Dr. Reichert im Kreiskirchenamt Gütersloh, Moltkestraße 12, betreut. Danach erhält sie einen festen Platz in der Gütersloher Martin-Luther-Kirche. Ansprechpartner wird hier Pfarrer Andreas Walczak-Detert sein. Wer Personalausweis und Taufurkunde oder Austrittsbescheinigung mitbringt, kann ohne weitere Formalitäten wieder Kirchenmitglied werden - in der Regel in der Wohnsitzgemeinde. Die Aufnahme in eine andere "Wunschgemeinde", an deren kirchlichem Leben man teilnehmen will, ist ebenso möglich.

Die erste Wiedereintrittsstelle der westfälischen Landeskirche wurde im Juli 2003 in der Dortmunder Reinoldi-Kirche eingerichtet. In den zehn Monaten seit ihrer Eröffnung traten hier rund 300 Menschen wieder in die Kirche ein. Weitere Stellen gibt es in Lüdenscheid, Lünen und Witten. In Halle (Kreis Gütersloh) wird während des Kreiskirchentages "Halleluja" am 11. Juli ebenfalls eine Wiedereintrittsstelle öffnen, erste Planungen laufen auch in Bielefeld.

Kerstin Jacobsen

Gegen den Trend

Das ist leichter gesagt als getan: „Wir wollen wachsen gegen den Trend“. Die 2. Zielorientierung gleich zu Beginn der Reformvorlage „Kirche mit Zukunft“ klingt gut und ist doch so schwer umzusetzen. Denn der Trend lautet: raus aus der Kirche, Geld sparen, mit Gott kann ich auch alleine sprechen. Doch dass „gegen den Trend“ auch Erfolg hat, zeigt die Kircheneintrittsstelle in Dortmund. Seit Anfang Juli 2003 können Interessierte an zwei Tagen in der Woche ganz einfach, quasi beim Shopping, in die Kirche eintreten. Bereits am ersten Tag nach der offiziellen Eröffnung am 1. Juli nutzten 16 Frauen und Männer dieses Angebot. Die Bilanz nach einer Woche: 55 Eintritte. Und im ersten Monat fanden über 120 Menschen den Weg in die evangelische Kirche. Das hat doch Zukunft, oder?

Die Kircheneintrittsstelle ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr in der Reinoldikirche und samstags von 10 bis 12 Uhr in der Marienkirche geöffnet. Infos unter Tel. (0231) 5 34 66 96.

Seitenanfang - Druckansicht
Copyright:
© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen - Impressum
Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Ich möchte, dass unsere westfälische Kirche ein neues, attraktiveres Gesicht bekommt. In einigen Jahren sollen wieder ganz viele Menschen sagen: „Ich engagiere mich gerne in dieser Kirche, weil es Spaß macht, hier mit anderen zusammen zu leben, zu arbeiten und zu feiern." Das bedeutet für mich lebendiges Evangelium.“
Sigrid Reihs
Geschäftsführerin PG II, Projektbüro