Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"Christliches Profil ist nötig"

Im Reformbeirat, dem elfköpfigen beratenden Gremium an der Seite der Kirchenleitung, sitzen neben theologischen und juristischen Experten und Amtsträgern auch Laien. Eine von ihnen ist Dipl.-Volksw. Barbara Wiegel, Finanz- und Personal-Kirchmeisterin im Presbyterium der Dortmunder Gemeinde Syburg-Auf dem Höchsten. In einem Gespräch erzählt sie von ihrer Sicht der Arbeit im Reformbeirat.

Frau Wiegel, wie sind sie zum Reformbeirat gekommen?

Ich bin angesprochen worden. Ich hatte an einer Presbyterschulung teilgenommen und war den Verantwortlichen wohl im Gedächtnis. Zunächst habe ich etwas gezögert, weil ich doch theologisch völlig unbeleckt bin. Aber, als ich erfuhr, dass die Aufgabe des Reformbeirates auch ist, Impulse in die Gemeinde zu geben, habe ich mich zur Mitarbeit entschlossen. Denn die Gemeinden liegen mir am Herzen.

Wie würden Sie Ihre Rolle im Reformbeirat beschreiben?

Ich bin sehr beeindruckt von dem geballten theologischen, wirtschaftlichen und juristischen Know-how in diesem Gremium. Aber die Mischung macht´s - auch im Reformbeirat. Meine Aufgabe ist zu fragen, wenn ich etwas nicht verstehe. Wie gesagt, ich bin theologischer Laie. Ich komme aus der Gemeinde und habe deswegen wohl auch die praktische Umsetzung immer im Blick. Also immer wenn´s praktisch wird, bin ich gefragt.

Sie waren lange in der Wirtschaft tätig, wie ist es in einem kirchlichen Gremium mitzuarbeiten?

Ich sehe viele Parallelen. Auch die Kirche ist letztlich ein Unternehmen. Das merken wir in der aktuellen Finanzdiskussion. Doch die Kirche ist eben auch mehr. Und das gerät manchmal in den Hintergrund. Wir sollten also unseren Heiligenschein mal ein bisschen mehr putzen.

Wie beurteilen Sie den Stand der Umsetzung der Reformbeschlüsse?

Ich bin davon überzeugt, dass wir das hinkriegen. Allerdings nur, wenn alle mitmachen und es auch vorleben. Wichtig ist, dass das Vertrauensverhältnis zwischen den Gemeinden und den oberen Stellen wie dem Landeskirchenamt gestärkt wird. Niemand darf das Gefühl haben, etwas übergestülpt zu bekommen. Das Motto muss lauten: Nicht Anweisung, sondern Hilfe. Und diese Hilfe sollte qualitativ noch ausgebaut werden.
Angesichts der Flut von Informationen, muss das Reformprozessergebnis so strukturiert werden, dass es als roter Faden erkennbar ist. Mir liegen die Ehrenamtlichen sehr am Herzen. Sie dürfen sich nicht überfordert fühlen, sondern sollen die Unterlagen rund um den Reformprozess als Hilfe für ihre Arbeit empfinden können.

Wo steht die Kirche Ihrer Meinung nach?

Die Kirche wacht auf. Sie öffnet sich mehr den Einzelnen. Die Kirche hat eine Chance, wenn sie diese Öffnung weiter vollzieht, auf die Lebensbedingungen der Einzelnen eingeht und gleichzeitig ihr christliches Profil schärft. Sie ist eben nicht die Volkshochschule, die beliebig Kurse und Gruppen anbietet. Sie ist Kirche mit einer Botschaft. Unsere Sozialarbeit muss verdeutlichen, dass sie einen christlichen Ursprung hat. Vielleicht müssten wir mal wieder mehr beten. Wir müssen uns bekennen und als Christen outen. Christliches Profil ist nötig.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir feiern lebendige Gottesdienste.
Weil wir Gottes Gegenwart im Gottesdienst erfahren, feiern wir diese Begegnung mit allen unseren Sinnen und Künsten. Wir loben Gott und lassen uns ansprechen von seinem Wort. Wir erfahren Zuspruch, Gemeinschaft und Wegweisung, werden herausgefordert und empfangen Gottes Segen. Wir gestalten unsere Gottesdienste offen und ansprechend für alle Menschen und beteiligen viele mit ihren Gaben daran.