Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Ein professionelles Team

„Eine solche Zusammenarbeit zwischen Universität und einer Gemeinde ist meines Wissens bundesweit einmalig“, sagt Dorothee Seredszus und die Runde im Gemeindehaus nickt zustimmend. Auch die fünf Studenten der Soziologie von der Universität Bielefeld. Sie unterstützen die Emmaus-Gemeinde in Senne derzeit bei einer groß angelegten Gemeindebefragungsaktion im Rahmen der Erstellung einer Gemeindekonzeption.

Am 1. Januar 2006 schlossen sich Luther-, Christus- und Friedenskirchengemeinde aus Bielefeld-Senne zur Emmaus-Gemeinde zusammen. „Gemeinden mit ziemlich unterschiedlichen Strukturen kamen hierbei zusammen. Es galt nun eine gelungene Mischung aus den Eigenheiten der Bezirke und den Angeboten der Gesamtgemeinde hinzubekommen“, erzählt Dorothee Seredszus, Pfarrerin im Bezirk Friedenskirche.

Da bot sich die Gemeindekonzeption an. Eine Projektgruppe wurde gebildet. Der Bevollmächtigtenausschuss formulierte vier Arbeitaufgaben rund um die Konzeption an sie: Die Gemeinde soll einladend werden für die, die bisher nicht erreicht wurden; Die Gemeinde will zeigen, dass sie Menschen etwas zu bieten hat; Die Gemeinde will eine schlüssige Raumkonzeption für ihre Gebäude erarbeiten und die Gemeinde will eine ausgewogene Profilierung sowohl der Bezirke als auch der Gesamtgemeinde erreichen.

Um sich einen Überblick über das bereits Vorhandene und die Wünsche in Emmaus zu erhalten, beschloss man eine Gemeindebefragung per Fragebogen durchzuführen. Dann kam die Idee, einmal bei der Universität um Unterstützung nachzufragen. Es fand sich ein Lehrstuhl und es fand sich eine Gruppe von Studenten, die mit der Betreuung der Befragung ihr Praktikum machen können.

„Die inhaltliche Verantwortung für den Fragebogen liegt bei der Gemeinde. Wir helfen lediglich dabei, dass der Fragebogen richtig aufgebaut ist, um wirklich verlässliche Ergebnisse zu bekommen“, betont Andreas Daniel vom Uni-Team. Und dass man viele Fehler bei ganz einfachen Fragen machen kann, erfuhren die staunenden Projektgruppenmitglieder immer wieder.

Beim ersten Testlauf stellte sich beispielsweise heraus, dass die Frage nach dem Einkommen ein Hemmschuh sein könnte. Die Frage ist nämlich bei vielen Testpersonen in der Gemeinde auf Ablehnung gestoßen. „Viele fürchten wohl um die Anonymität. Denn eine Gemeinde ist ein enger begrenzter Raum, im Gegensatz zu beispielsweise einer allgemeinen Umfrage eines Autoherstellers“, vermutet der Projektgruppenvorsitzende und Presbyter Carsten Wöhrmann aus dem Bezirk Friedenskirche. „Das haben wir deutlich gesehen: Die Anonymität ist wichtig“, betont Christine Utecht, Projektmitglied aus dem gleichen Bezirk.

Die Gemeinde ist froh, im Uni-Team kenntnisreiche Helfer an ihrer Seite zu haben. „Die Betreuung ist sehr professionell“, lobt Projektmitglied Dr. Markus Meyer-Stork, Gemeindeglied des Bezirkes Christus. Auch die Studenten finden die Zusammenarbeit toll: „Die wollen wirklich was wissen und zwar nach wissenschaftlichen Standards“, gibt Sebastian Kuhnen vom Uni-Team das Lob zurück.

Derzeit wird der Fragebogen für eine zweite Testphase verbessert, die eigentliche Befragung und Auswertung ist für den Herbst geplant. „Wir hoffen auf einen Rücklauf von rund einem Viertel“, so Pfarrerin Seredszus.

Finanziert wird die komplette Aktion aus Spenden. „Da bitten wir nicht unsere üblichen Unterstützer um Geld, sondern wollen andere Sponsoren gewinnen“, erklärt Seredszus. Die Gemeinde rechnet mit ca. 5000 Euro für die Fragebogenaktion. Davon bekommen die Studenten eine kleine Aufwandsentschädigung und natürlich kostet auch der Druck etwas. Vor der Zustellung des Fragebogens, der mit dem nächsten Gemeindebrief unter die Leute gebracht werden soll, werden alle Mitglieder über 14 Jahren gesondert angeschrieben und auf die Aktion vorbereitet. „Das erhöht den Rücklauf“, wissen die Profis vom Uni-Team, die auch die Auswertung der Bögen koordinieren werden.

Und nach der Auswertung? „Dann beginnt für uns die eigentliche Arbeit“, sagt Dr. Markus Meyer-Stork. „Wir wollen Visionen für unsere Emmaus-Gemeinde entwickeln, dabei wird uns der Fragebogen helfen“, so Carsten Wöhrmann.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
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