Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Ein starkes Stück Kirche

„Wir wollten, dass die Gemeinde zukunftsfähig wird“, sagt Werner Giese, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses der fünftgrößten Gemeinde Dortmund. Deswegen schlossen sich Anfang 2008 die Gemeinden Barop, Eichlinghofen und Hombruch zusammen und gestalten seitdem ihr Gemeindeleben gemeinsam.

„Eigentlich ist der ganze Prozess die Anpassung an die Gegebenheiten“, sieht Giese die Vereinigung ganz pragmatisch. Die finanzielle Situation, aber auch die sinkenden Gemeindegliederzahlen waren starke Argumente für den Zusammenschluss. „Natürlich gab es Trauer – wir mussten z. B. Gemeindehäuser schließen. Manche haben diese Häuser in ihrer Jugendzeit mit aufgebaut. Eine solche Vereinigung ist immer mit Schmerz verbunden, doch es erwächst auch viel Positives daraus“, sagt der ehemalige Presbyteriumsvorsitzende aus Hombruch.

Kirchenmusikalischer Schwerpunkt

Positiv bewertet Giese beispielsweise die neue hauptamtliche 2/3-Stelle für Kirchenmusik. „Unsere Gemeinden hatten schon immer einen kirchenmusikalischen Schwerpunkt. Den wollen wir ausbauen. Das geht nicht mit Ehrenamtlichen. Deswegen investieren wir als neue Gemeinde Dortmund-Südwest in eine Kirchemusikerin oder einen Kirchemusiker“, ist Giese stolz und betont: „Wir bauen nicht nur ab, wir bauen auch auf.“

Überhaupt greift die neue Gemeinde durchaus in die Tasche. So soll der Kindergarten in Eichlinghofen zukunftsfähig gemacht werden. Bestehende Gemeindehäuser werden saniert und gegebenenfalls sogar ausgebaut. Die Kirche in Hombruch soll zu einer Veranstaltungskirche werden.

Gottesdienstzeiten angepasst

In der Gemeinde Dortmund-Südwest wurden die Gottesdienst-Zeiten an die neuen Gegebenheiten angepasst: In Barop und Hombruch wurde der Gottesdienst von 10 Uhr auf 9:30 Uhr vorverlegt, in Eichlinghofen halten die Pfarrerin und der Pfarrer, die in Barop gepredigt haben, um 11 Uhr den Gottesdienst. „Das haben wir der Situation geschuldet, dass wir vielleicht irgendwann tatsächlich nur noch drei Pfarrerinnen und Pfarrer haben“, erklärt Giese. Momentan verfügt die Gemeinde mit ihren rund 11200 Gemeindegliedern noch über sechs Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Und es hat noch mehr Veränderungen bei den Gottesdiensten gegeben: .Am ersten Sonntag im Monat findet immer um 11 Uhr an einer der vorhandenen Predigtstätten ein besonderer Gottesdienst statt, zu dem auch ein Fahrdienst eingerichtet wird. Die anderen Predigstätten bleiben dann geschlossen. Gestaltet wird dieser Gottesdienst von einem Vorbereitungskreis. „Das kommt sehr gut an. Anfang Mai waren 130 Menschen im Gottesdienst und durchaus auch neue Gesichter“, freut sich Giese. Abendmahl wird in den unterschiedlichen Gemeinden an verschiedenen Sonntagen gefeiert und die Gottesdienste wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Erntedank und Ewigkeitssonntag finden an allen Predigstätten statt.

Losgelöst vom Kirchturm

„Wichtig ist, dass wir die Pfarrbezirke aufweichen. Wir werden nicht umhinkommen über Seelsorge und Pfarrbezirke zu sprechen. Tatsächlich findet seit der Vereinigung schon der Kanzeltausch viel stärker statt“, sagt der Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses. Und auch die Fachausschüsse, die die Gemeinde ins Leben gerufen hat, sind mit Menschen aus allen drei Altgemeinden besetzt. „Die Entscheidungen müssen vollkommen losgelöst vom Kirchturm für die Gesamtgemeinde getroffen werden. Denn wir wollen ein starkes Stück Kirche im Südwesten sein“, so Giese.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen
Weil Gott auf uns Menschen zugegangen ist, wollen auch wir als seine Kirche auf die Menschen zugehen und ihnen die Wertschätzung weitergeben, die wir von Gott empfangen. Wir bieten Raum für Gespräche, nehmen die Menschen mit ihren Sinn- und Lebensfragen ernst und hören aufmerksam auf das, was sie an Kritik und Erwartung gegenüber der Kirche und dem Glauben bewegt.