„Die Ergebnisse der Befragung haben uns nicht ganz überrascht, aber einiges ist deutlicher hervorgetreten. Sie hat uns bestärkt, die Wege, die wir in der Zwischenzeit eingeschlagen haben, weiterzugehen“, sagt Dorothee Seredszus von der Emmaus-Gemeinde in Bielefeld-Senne.
Mitte September bis Mitte Oktober 2007 befragte die Gemeinde alle Gemeindeglieder ab 14 Jahren, insgesamt 6750 Personen, mittels eines Fragebogens zum Ist-Zustand und den Wünschen in der Großgemeinde, die am 1. Januar 2006 aus Luther-, Christus- und Friedenskirchengemeinde gebildet wurde.
Gute Beteiligung
Das Besondere an dieser Aktion: Die Gemeinde holte sich professionelle Hilfe an der Universität Bielefeld. Mit dem Uni-Team wurde ein Fragebogen erarbeitet, den immerhin 1457 Personen beantworteten. „Die Beteiligung ist gut, das sagen auch die Studenten“, freut sich Pfarrerin Seredszus. „Und wir haben die erhofften Voten von Gemeindefernen bekommen.“ 13 Prozent der Menschen, die den Fragebogen beantwortete haben, sind kirchenfern.
Erfreulich ist in Augen der Verantwortlichen, dass das Alter der Antwortenden fast die Altersstruktur der Gemeinde abbildet. So können sie sich ein ziemlich genaues Bild über die Wünsche und Meinungen der einzelnen Gruppen in der Gemeinde machen. „So haben wir super Material für unsere Gemeindekonzeption und sind nicht auf Vermutungen angewiesen“, ist Dorothee Seredszus begeistert.
Sonntags-Gottesdienst
Zum Beispiel, dass immerhin für zwei Drittel der Gemeinde die Gottesdienstzeit sonntags um 10 Uhr ist. Nur Eltern zwischen 30 und 50 Jahren wünschen sich Gottesdienst zu anderen Zeiten wie Samstag- oder Sonntagabend.
Die Befragung zeigte u. a., dass die Menschen sehr an den Kirchengebäuden hängen. „Gerade im Bezirk Luther, wo die katholische Kirche bereits abgerissen ist, sprechen sich die befragten für den Erhalt der Kirche aus. Deswegen haben wir uns jetzt entschieden das Gotteshaus zu erhalten und uns von dem Gemeindehaus zu trennen. Im Kirchgebäude wird ein Gemeindesaal eingerichtet“, erzählt Dorothee Seredszus von ganz deutlichen Erkenntnissen aus der Befragung und deren Folgen.
Die Emmaus-Gemeinde hat nun eine Vielzahl von Fakten und Wünschen ihrer Gemeindeglieder. Nach den Sommerferien soll die konkrete Arbeit an der Gemeindekonzeption beginnen. „Jetzt kommt es drauf an, was wir draus machen“, sagt Dorothee Seredszus.
Zur Vorgeschichte und zur Arbeit mit dem Uni-Team lesen sie hier.