Die Ferienzeit ist für Regine Burg Gesprächszeit. Die Superintendentin aus Bielefeld hat sich einen Teil der Wochen für die regelmäßigen Mitarbeitendengespräche mit Pfarrerinnen und Pfarrern reserviert.
Der Vorteil der Schulferien: Sie hat mehr Zeit. Im Alltagsgeschäft könne sie alle zwei bis drei Wochen ein Gespräch führen, in den Ferien schaffe sie manchmal zwei am Tag, so die Superintendentin. „Ich teile mir die Aufgabe mit meinem Assessor“, erzählt sie. 80 Gespräche insgesamt stehen an, 60 führt sie, 20 der Assessor. Die Gespräche in der Verwaltung und den gemeinsamen Diensten führt der Verwaltungsleiter.
Zudem haben sich die Beteiligten für einen zweijährigen Rhythmus der Gespräche entschieden. So bleibt der Superintendentin – obwohl sie das Gros der Gespräche selbst führt – genug Zeit für ihre kompletten Amtsgeschäfte.
„Ich empfinde die Gespräche als eine Mischung aus Vorgesetzten-, Seelsorge, Wertschätzungs- und Kritikgespräche“, gibt Regine Burg ihre persönlichen Eindrücke wieder. Sie seine ein Leitungsinstrument, deswegen halte sie nichts davon die Gespräche zu stark zu delegieren und auf viele Schultern zu verteilen. „Unser Modell passt für die Gegebenheiten in unserem Kirchenkreis. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, so die Superintendentin.
Wie überall sind die Inhalte der Gespräche auch in Bielefeld vertraulich. „Ich mache mir keine Notizen. Die drei bis vier Zielvereinbarungen, die erarbeitet und aufgeschrieben werden sind ein guter Einstieg in das nächste Gespräch zwei Jahre. Dann werden sie vernichtet“, beschriebt sie das Procedere.
Regine Burg trifft sich mit dem Mitarbeitenden in der Superintendentur. „Das ist hier ein besonderer Raum, losgelöst von den gemeindlichen Zusammenhängen. Eine Tatsache, die für das Gespräch gut ist“, sagt sie. Zwei Stunden Zeit sind pro Gespräch eingeplant. Es gibt Wasser und Kaffee. „In den Gesprächen kriege ich manchmal noch Impulse für die Pfarrkonferenz. Ich erfahre, was die Pfarrerinnen und Pfarrer belastet“, nennt Regine Burg Vorteile des Gesprächs. Ressourcenorientiert nennt sie die Gespräche. Sie könne Wünsche der Einzelnen wahrnehmen und wenn es geht, auch berücksichtigen.
Die regelmäßigen Mitarbeitendengespräche kommen im Kirchenkreis Bielefeld gut an. Bei der Superintendentin: „Ich führe diese Gespräche wirklich gerne.“ Und bei den Mitarbeitenden: „Manche kommen auf mich zu und fragen, wann es denn wieder so weit ist.“ Die Pfarrerinnen und Pfarrer, so Regine Burg, nehmen die Chance, die eigene Arbeit zu reflektieren und konkrete Fragen beispielsweise nach Stellenreduzierung oder Fortbildung stellen zu können, gerne wahr. „Ganz viele bedanken sich für da Gespräch“, erzählt sie.