Großes Lob gab es von den Besucherinnen und Besuchern für den grundlegenden Ansatz eines Reformprozesses in der EKvW: "Das ist vorbildlich für Kirchen in der ganzen Welt", sagte Lakshani Fernando, Generalsekretärin der Ceylon Bible Society. Besonders der Mut, mit dem sich die Kirchenleitung von Westfalen der Begutachtung - und damit auch Kritik - von außen stellt, imponierte den Gästen: "Ihr lasst uns in Euer Wohnzimmer schauen, bevor Ihr es aufgeräumt hat", so Mindawati Perangin-Angin Tampubolon, Leiterin des Ökumenreferates der Christlich-Protestantischen-Karo-Batakkirche (GBKP) aus Indonesien.
Aber auch hier gab es Anfragen, zum Teil grundlegender Art: Warum soll der Reformprozess mitgliederorientiert ausgerichtet sein - gilt das Evangelium nicht allen Menschen, gerade auch denen, die nicht Mitglied der Kirche sind? Und was genau ist eigentlich das Ziel des Reformprozesses in der westfälischen Kirche? Woran liegt es, dass - trotz großer Zustimmung zum Reformprozess auf der Landessynode 2001 - noch immer viele Mitglieder an der kirchlichen Basis so rein gar nichts über die anstehende Erneuerung wissen oder wissen wollen?
Viele dieser Fragen wären in dieser Deutlichkeit wohl kaum gestellt worden, wenn man nicht Gäste aus der Ökumene mit ihren ganz anderen Hintergründen und Erfahrungen zur Kritik eingeladen hätte. "Alle unsere Erwartungen sind übertroffen worden", so der Ökumene-Dezernent Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller. Und auch, wenn nicht alle Probleme gleich gelöst werden können: "Sie bleiben fruchtbar", wie es Präses Manfred Sorg formulierte.
Bis 2005 soll der Reformprozess konkrete Ergebnisse zeigen. Bleibt also die Aufgabe, an den aufgeworfenen Fragen weiter zu arbeiten.