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„Donnerstag ist unser Tag“, sagt Klaudia Jäger und alle am Tisch nicken. Vier Frauen treffen sich seit Jahren regelmäßig immer donnerstags beim Frühstücksbasar in Lünen-Gahmen. „Die Leute sind nett und das Frühstück ist gut“, sagt Ingrid Lucas. „Es ist immer lustig hier“, nickt Tanja Krannich. „Und die Kleiderkammer ist ein Muss“, ergänzt Heike Radszat. Vor dem Frühstück schauen die vier Frauen, was so an neuen Secondhand-Kleidern eingetroffen ist. „Ich bringe Sachen hierher und nehme auch welche mit“, sagt Heike Radszat. Die anderen machen es ebenso.
Der Frühstücksbasar ist eines der Ehrenamtsprojekte, das mit dem Förderpreis „Kreatives Ehrenamt in der Kirche“ ausgezeichnet wurde. Der Basar teilt sich den Preis mit dem Marktcafé in Lünen-Süd. Beides sind Projekte der evangelischen Gemeinde Preußen, die den Preis erhielt.
Den Frühstücksbasar gibt es seit 13 Jahren. Inzwischen ist er in dem Stadtteil Gahmen tief verwurzelt. „Wir haben unser Angebot immer an die Bedürfnisse in Gahmen angepasst“, erzählt Projektleiterin Marie-Luise Bolte. Mal gab es donnerstags in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Sprachkurse, dann wieder wurde das Frühstücksangebot ausgeweitet; derzeit gibt es ein Frühstückscafé und einen Nähkursus. Nur eines gab es immer: Die Kleiderkammer. Sie ist dienstags und donnerstags geöffnet, Frühstück gibt es nur donnerstags.

Doch die Kombination ist das Bestechende an dem Projekt. Es geht eben nicht nur um Klamotten, sondern auch um Begegnungen und Gespräche. „Wir alle vom Team haben hier schon viele gute Gespräche geführt“, sagt Marie-Luise Bolte. Trauer und Freude, Einsamkeit und Familiennachrichten – beim Frühstücksbasar ist für alles Platz.
Zehn bis zwölf Ehrenamtliche gehören zum harten Kern. Darunter auch zwei Männer, die immer dienstags auf Tour sind, um neue Kleider abzuholen. „Ich gehe gern unter Leute“, sagt beispielsweise Birgit Riedelsberger, die seit zwölf Jahren mit dabei ist, Frühstück vorbereitet, Kaffee ausschenkt und einfach nur da ist. „Der Frühstücksbasar ist eine Abwechslung von zu Hause“, sagt die Mutter von zwei Töchtern. Das Projekt muss sich selbst tragen – so lautet die Vorgabe des Presbyteriums. Und das schaffen die Verantwortlichen spielend.
Wir bekommen keine Spenden außer der Kleider“, erzählt Marie-Luise Bolte. Deswegen werden die Kleider und auch das Frühstück nicht umsonst ausgegeben. „Wir wollen den Leuten keine Almosen geben, sondern ihnen das Gefühl geben, dass sie ihren Beitrag leisten“, so Bolte. Schließlich kommt der erwirtschaftete Überschuss anderen sozialen Projekten wie dem Kinderhospiz zu Gute.
Und so kosten ein kleines Frühstück (ein Brötchen, zwei Tassen Kaffee, Wurst, Käse, Marmelade und Butter) 1,80 Euro und ein großes Frühstück (zwei Brötchen, zwei Tassen Kaffee, Wurst, Käse, Marmelade und Butter sowie ein Ei und ein Glas Orangensaft) drei Euro. Die Kleidung kostet zwischen 50 Cent und sechs Euro. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren die Preise nie erhöht“, betont die Projektleiterin. Jeden Donnerstag gibt es ein Tagesangebot wie beispielsweise Blusen für 50 Cent.
Beim Frühstücksbasar in Lünen-Gahmen kennt man sich. Es geht familiär zu. „Hallo, Guten Morgen“ hört man überall. Auch die vier Frauen gehören zu den Stammgästen. Sie finden es toll beim Frühstücksbasar. „Am Donnerstagmorgen nehme ich keine anderen Termine an. Der Donnerstag gehört uns vieren“, sagt Klaudia Jäger und lacht.
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Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34