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Gemeinde auf gutem Grund – in der westfälischen Kirche stehen diese Worte für die Gemeindekonzeptionen. Kein Wunder also, dass auch die Gesamtauswertung einer Umfrage zum Thema Gemeindekonzeptionen mit „Gemeinde auf gutem Grund“ überschrieben ist. Im Zeitraum Februar bis April 2008 wurden 539 (96,42% aller westfälischen) Gemeinden telefonisch zu ihrem Umgang mit diesem Thema befragt. 123 Gemeinden waren mit der Erstellung ihrer Konzeption fertig, 215 befanden sich mitten im Prozess, 118 Gemeinden haben den Beginn konkret geplant. 83 haben aus unterschiedlichen Gründen noch keine Planung ins Auge gefasst. Bis Ende des Jahres 2010 könnten rund 80% aller Gemeinden eine Konzeption erstellt haben.
Die Auswertung der Umfrage, die hier als pdf-Dokument herunterladbar ist, gibt einen guten Überblick über den Stand der Dinge. So kam beispielsweise heraus, dass etwas mehr als die Hälfte derjenigen Gemeinden, die ihre Konzeption abgeschlossen haben, ein Jahr oder weniger für diese Aufgabe brauchten. Überwiegend machten sich größere Projektgruppen oder die Presbyterien an die Arbeit. Die Presbyterien brauchten – wohl auch wegen der Doppelbelastung – am längsten.
Eine große Hilfe, so die Befragten, sind die Materialsammlung aus dem Internet, der Foliensatz aus „Gemeinde auf gutem Grund“ und die Arbeitshilfe „Gut beraten“. Externe Beratung wurde in rund 60 % aller Fälle in Anspruch genommen.
Interessant sind die Antworten zur Motivation zur Erstellung einer Gemeindekonzeption: Wo äußere Gründe (Beschlüsse von Kreissynoden und/oder Kreissynodalvorständen) angegeben wurden, waren die Projektgruppen eher kleiner, die Erstellungszeiträume zumeist kürzer und Information und Beteiligung der Gemeinde größtenteils geringer. Wo es andererseits vorwiegend um starke innere Gründe ging (z. B. Finanzen oder Prioritätensetzungen), waren die Projektgruppen meistens größer, die Arbeit dauerte länger und auch die Beteiligung der Gemeinden schien intensiver gewesen zu sein.
Dieser Zusammenhang wurde außerdem bei der Gruppe derer überprüft (und bestätigt), die mit der Erstellung einer Konzeption beschäftigt waren. Allerdings sind in dieser Gruppe äußere Gründe weit weniger wichtig.
Dieser Zusammenhang lässt eine vorsichtige Schlussfolgerung im Blick auf die Frage der Wirksamkeit zu: Je mehr innergemeindliche Gründe es bei der Erstellung gibt, desto intensiver scheint die Arbeit an der Konzeption und desto größer auch die Kommunikation mit der Gemeinde. Beides sind wichtige Voraussetzung für eine wirksame Arbeit mit der fertigen Konzeption.
Einblicke in die Realität der Gemeindearbeit lieferten die beiden Freitextantworten zu gegenwärtigen Herausforderungen und Problemen sowie Zukunftsvisionen. 399 Antworten wurden ausgewertet. Bei den Herausforderungen und Problemen stehen finanzielle Fragen, Pfarrstellenreduktion und Vereinigungsprozesse an den ersten drei Stellen.
Insgesamt weisen die Daten darauf hin, dass die Entwicklung der Gemeindekonzeptionen auf einem guten Weg ist. Mittelfristig wird sie ihrer Aufgabe als Instrument für Entwicklungsfähigkeit und Selbststeuerung der Gemeinden gerecht werden. Das wird umso besser gelingen, wenn darauf geachtet wird, dass sorgfältig zusammengestellte Projektgruppen die Konzeptionserstellung übernehmen und die Gemeinde noch mehr beteiligt und informiert wird. Schließlich geht es ja nicht darum, eine Konzeption zu erstellen, sondern mit ihrer Hilfe eine Gemeinde zu befähigen, mit gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen planvoll, kreativ und flexibel umzugehen. Eben die Gemeinde auf einen guten Grund zu stellen.
Die Gesamtauswertung zum Download
Lesen Sie hierzu auch das Interview mit Pfarrer Christhard Ebert
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Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34