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Bunt und vielfältig wie die Kirche

„Mein großer Dank gilt den vielen Menschen, die so engagiert und leidenschaftlich die Fragen unserer Kirche bedacht und bearbeitet haben – und zwar meist ehrenamtlich. Diese Menschen haben uns ihre Zeit und ihr Wissen geschenkt und sich eine mordsmäßige Arbeit gemacht, um diese Kirche voran zu bringen“, sagt Superintendent Andreas Huneke.

Im vergangenen Jahr haben die meisten Gemeinden im Kirchenkreis Vlotho eine Gemeindekonzeption vorgelegt. Ein Jahr hatten sie dafür Zeit, und herausgekommen ist ein bunter Mix von teils durchdachten, fertigen und aufwändig gestalteten, teils aber auch kurzen und manchmal noch unvollständigen Konzeptionen. „Gemeinden, die momentan sehr stark mit anderen Fragen befasst waren, haben keine Konzeption vorgelegt. Die machen sich später auf den Weg“, erzählt Superintendent Huneke.

Die Forderung des Kirchenkreises nach je einer Konzeption pro Gemeinde stieß zunächst nicht überall auf Begeisterung. „Aber nach einem zähen Startprozess finden es jetzt alle Gemeinden wichtig und wollen das Thema auch weiter anpacken“, sagt er. „Am Anfang wurde uns ziemlich schnell klar, dass viele Presbyterien nicht einordnen konnten, was das Thema Gemeindekonzeption bedeutet. Wir haben deshalb eine Pfarrkonferenz und einen Presbytertag dazu veranstaltet“, erzählt der Superintendent.  Dann waren die meisten Fragen geklärt und auch die Ehrenamtlichen gut präpariert für die Arbeit an der Konzeption.

Die Gemeindekonzeptionen im Kirchenkreis Vlotho sind nicht an formale Kriterien gebunden. Deswegen sind sie inhaltlich und formal unterschiedlich. „Wie unsere Kirche, bunt und vielfältig“, so Huneke.

Auch der Zeitraum, der für die Ausarbeitung angesetzt war, war mit einem Jahr knapp bemessen. „Aber es wird das Ergebnis nicht automatisch besser, wenn mehr Zeit da ist.  Die kurze Zeit verstärkt eher den Willen, die Fragen auf den Punkt zu bringen“, sagt Huneke. So sehen viele Gemeinden ihre Konzeptionen, die jetzt vorliegen, als Zwischenschritt, an dem sie weiterarbeiten wollen.

Natürlich gibt es auch Gemeinden, die mit ihrer Konzeption nicht weit gekommen sind. „Es muss ja zunächst die Einsicht wachsen, dass strukturiertes und zielorientiertes Handeln für eine Kirchengemeinde hilfreich und nützlich ist. Angesichts der Aufgabenerweiterung (größere Gemeindegliederzahlen pro Pfarrstelle) bei den Pfarrerinnen und Pfarrern sollen die Fragen `Wo? Wer? Wann?´ von den Konzeptionen her beantwortet werden. Mittlerweile haben fast alle verstanden, dass Presbyterien so ihre Leitungsverantwortung besser wahrnehmen können“, weiß der Superintendent.

Die Konzeptionsarbeit im Kirchenkreis Vlotho begann vor zwei Jahren, ausgelöst durch Personalveränderungen. Vor Stellenneubesetzungen haben einzelne Arbeitsfelder des Kirchenkreises ihre Aufgaben, Strukturen und Ziele in Konzeptionen beschrieben. „Jugendreferat, Diakonisches Werk, Krankenhausseelsorge, Kurseelsorge, Fundraising und Kirchenmusik haben sich erfolgreich an die Arbeit gemacht“, berichtet Andreas Huneke.

Hält er den Weg, erst die Gemeinden und dann der Kirchenkreis, für gut? „Es ist ein gangbarer Weg. Ob er besser ist als anders herum, weiß ich nicht. Der Vorteil des Prinzips von oben nach unten wäre vielleicht, dass man mit einer vorhandenen Kirchenkreiskonzeption insgesamt einheitlichere Ergebnisse bekommen hätte. So haben wir ein buntes, etwas uneinheitliches Bild. Eine Vielfalt, die die Unterschiedlichkeit unserer kirchlichen Handlungsfelder abbildet. So vielgestaltig, wie unsere Kirche eben ist“, fasst Huneke zusammen und ergänzt: „Die Hauptsache ist doch wohl, dass mit Lust und Liebe der Auftrag Jesu Christi erfüllt wird“.