Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Den positiven Aufbruch gestalten

Ein Neubau. Hell, freundlich und zweckmäßig. Mit Versammlungs- und Seminarräumen, einem Chorprobenraum, Küche, Gemeindebüro, Jugendraum, Werkstatt und einem Raum der Stille. Die Evangelische Kirchengemeinde Gronau hat gebaut. In diesen Zeiten. Obwohl auch in Gronau gespart werden muss. Doch die Gemeinde wollte ein Zeichen setzen. Zwar mussten zwei der bisherigen Gemeindehäuser und Predigtstätten geschlossen werden, doch sollte im Gegenzug ein Haus für alle errichtet werden. „Wir wollten einen positiven Aufbruch gestalten“, erzählt Pfarrer Thomas C. Müller vom Bezirk Mitte. „Wir mussten schließen, aber wir konnten selbst gestalten und das ist ein Geschenk.

Natürlich war die Aufgabe der alten Domizile mit Schmerzen verbunden. „Der Protest war jedoch gemäßigt. Es gab keine Demonstrationen oder ähnliches. Ich glaube, das Gefühl des Aufbruchs überwiegt“, sagt Pfarrer Marcus Tyburski aus Epe. Obwohl die Gebäude in seinem Bezirk unangetastet blieben, merkt er die Anziehungskraft des neuen Zentrums für die gesamte Gemeinde. Der Stadtteil Epe liegt außerhalb von Gronau und trotzdem verabreden sich manche von Tybirskis Gemeindegliedern zu Gruppenstunden im neuen Haus.

Auch im Bezirk von Pfarrerin Claudia de Wilde hat sich äußerlich nichts geändert. Doch mit den neuen Strukturen und den Schließungen haben sich gleichfalls die Gemeindebezirke der vier Seelsorger vergrößert. „Man merkt das sofort an den Konfirmandenzahlen“, sagt die Pfarrerin. Schließung, Neubau und Veränderung der Bezirksgrenzen gingen auf eine Konzeption der Gesamtgemeinde zurück, betont sie.

1,7 Millionen Euro hat das neue Gemeindezentrum gekostet. „Das Gebäude ist solide finanziert“, so Pfarrer Uwe Riese vom Bezirk Mitte. Bereits frühzeitig habe man sich in der Gemeinde Gronau auf die Verhältnisse eingestellt. Dass die fetten Jahre irgendwann vorbei sein mussten, war allen Beteiligten ziemlich früh klar. Also bildete man Rücklagen. Und auch die Einnahmen aus den Verkäufen der anderen Gebäude fließen ins neue Haus. Besonders Glück hatte man mit dem Grundstück, das man günstig von der Stadt kaufen konnte.
Das neue Gemeindezentrum liegt mitten in Gronau, direkt neben der evangelischen Stadtkirche. „Wir haben uns mit dem Zentrum kleiner gesetzt und trotzdem haben wir durch diesen Standort eine größere Präsenz in der Stadt“, erzählt Uwe Riese. Der Unterhalt ist preiswerter, denn das Gebäude entspricht den neusten Standards.

Bei Planung und Bau war die Gemeinde beteiligt. Der Architekt musste sich zunächst anhören, was die Menschen von ihrem Gebäude erwarten – und dann umsetzen. Bei der Möblierung des Hauses hatten die Gemeindeglieder ebenfalls ein Wörtchen mitzureden. Beispielsweise gab es einen Stuhl-Probesitzen-Termin, an dem teilnehmen konnte, wer wollte. Ein Teil des Inventars aus den geschlossenen Gebäuden findet sich im neuen Haus wieder.

Jetzt gilt es das Haus mit Leben zu füllen und das Gemeindeleben auf die neue Situation abzustimmen. Dazu werden die Pfarrer beispielsweise mit den Stadtwerken Kontakt aufnehmen, in der Hoffnung, dass die Fahrtzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel an die Gottesdienstzeiten angepasst werden. Sonst wird man wohl über einen Fahrdienst nachdenken.

Eines ist jedenfalls klar: Pfarrerin und Pfarrer sowie die Gemeinde wollen den Aufbruch gestalten und nicht resignieren. Mit dem neuen Haus haben sie sich eine Heimat geschaffen.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen
Weil Gott auf uns Menschen zugegangen ist, wollen auch wir als seine Kirche auf die Menschen zugehen und ihnen die Wertschätzung weitergeben, die wir von Gott empfangen. Wir bieten Raum für Gespräche, nehmen die Menschen mit ihren Sinn- und Lebensfragen ernst und hören aufmerksam auf das, was sie an Kritik und Erwartung gegenüber der Kirche und dem Glauben bewegt.