Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

„Es läuft hervorragend“

Seit der Landessynode 2001 nimmt der Reformprozess „Kirche mit Zukunft“ immer mehr Gestalt an. Der Vorsitzende des Prozess-Lenkungsausschusses Peter Burkowski äußert sich im Juli 2003 zum Stand der Dinge:

Herr Burkowski, wo steht der Reformprozess derzeit?

Sowohl in den Gestaltungsräumen als auch in den Projektgruppen wird intensiv gearbeitet, allerdings sind die Projektgruppen unterschiedlich weit. Das hat aber einen einfachen Grund: die Aufträge der Landessynode. Nach dem Zeitplan soll die Projektgruppe Kirchenbild als erste ein Positionspapier vorlegen. Dieses ist auch bereits erstellt und wird auf der nächsten Synode beraten. Es macht ja auch Sinn sich zunächst über das Kirchenbild und dann über die Strukturen, bzw. erst über die theologischen Grundlagen und dann über das Pfarrbild Gedanken zu machen.

Liegt der Reformprozess im Zeitplan?

Aber ja. Zu Anfang ging´s ein wenig schleppend. Es brauchte einige Zeit, die Themen und Projektgruppen zu ordnen und zu gestalten. Immerhin sind gut 100 Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen beteiligt. Aber im Moment läuft es hervorragend. Zielpunkte sind immer die Synoden, zu denen bestimmt Arbeitsaufgaben erledigt sein müssen.

Was macht der Prozess-Lenkungsausschuss dabei?

Wir koordinieren die Arbeit. Aber nur bis 2005. Wir sind quasi das Baugerüst, das das Gebäude beim Aufbau stützt. 2005 wird es abgebaut, aber ich bin sicher, dass die dann bestehende Struktur sich selber tragen wird.

Wie läuft die Arbeit in den Gestaltungsräumen?

In den elf Gestaltungsräumen sind wir auch elf Mal auf einem verschiedenen Stand der Arbeit – je nach Region. Aber überall tut sich was. Die Beteiligten in den Gestaltungsräumen nutzen diese dauerhafte Ebene der Zusammenarbeit nicht nur, um ihre Strukturen zu verbessern. Sie stellen sich gemeinsam die Frage, „wie werden sie klarer erkennbar“. Ein Beispiel ist der Internetauftritt des Gestaltungsraumes I, also der Kirchenkreise Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg. Unter www.das-kirchenportal.de stellen sie sich unter dem Motto „Evangelisch im Münsterland“ dar.

Wie reagieren die Gemeinden auf den Reformprozess?

Viele Gemeinden müssen sich ganz konkret mit ihren Herausforderungen und gegenwärtigen Veränderungen auseinandersetzen. Nicht zuletzt, weil der demografische Faktor sie dazu zwingt, Kooperationen einzugehen oder sich komplett zusammenzuschließen. Die Zahl der Gemeinden sinkt kontinuierlich. 1998 waren es 658 im Jahr 2002 bereits nur noch 639 Gemeinden. Die Tendenz ist sinkend. Da kommen ganz unwillkürlich Fragen wie „Wie können unsere Kräfte bündeln“, „Wie können wird Profile und Schwerpunkte finden“. Letztlich muss man noch mal betonen, dass der gesamte Reformprozess aus den Stellungnahmen zur Reformvorlage „Kirche mit Zukunft“ resultiert. Hierbei waren die Kirchengemeinden stark beteiligt. Daraus entstanden die Fragen, die wir jetzt bearbeiten.

Gibt es konkrete Anfragen der Gemeinden?

Ich erlebe, dass im Moment viele Fragen nach guten Gemeindekonzeptionen kommen – nach Unterstützung, Materialien und Vorbildern. Es gibt viele gute Dinge in der Kirche, die Frage ist: Wie bekommen wir die vernetzt.

Wie schätzen Sie den Verlauf des Reformprozesses auf gemeindlicher Ebene ein?

Es passiert ungemein viel. Es ist wirklich erstaunlich, was da alles wächst und blüht. Generell stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage in welchem Verhältnis stehen Gemeindekirche und Gesamtkirche. Meiner Meinung nach kann man das nicht gegeneinander denken. Wir brauchen beides – die Gemeinde vor Ort und die gemeinsamen funktionalen Dienste.

Haben Sie Wünsche?

Ich fände es schön, wenn es uns gelingen würde eine Anregung aus der ökumenischen Konsultation zum Thema „Kirche mit Zukunft – church with a future“ aufzugreifen: Die Konsultation einzelner Gemeinden untereinander kreuz und quer in der Kirche. Die Bedingungen in den Regionen sind sehr unterschiedlich und wir könnten viel von einander lernen.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Diakonie und Kirche genießen ein großes Vertrauen in der Bevölkerung, aber sie bekommen auch Gegenwind zu spüren. Sie haben jedoch die große Chance, sich auf die verändernden Bedingungen einzustellen und diese als Herausforderung anzunehmen. Diakonie wie Kirche wollen der guten Botschaft Gottes Gestalt in unserer Welt geben.“
Dr. Udo Krolzik
Ev. Johanneswerk e.V.