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http://www.reformprozess.de/296.0.html

Seit der Landesynode 2003 existiert in der Evangelischen Kirche von Westfalen das Instrument der "regelmäßigen Mitarbeitendengespräche". Dieses Personalinstrument wurde auf Vorschlag der Projektgruppe IV (Leitungshandeln auf allen Ebenen / Strukturklarheit) von den Synodalen auf den Weg gebracht. Auch der Vorsitzende der PG IV und Superintendent im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken Rolf Krebs, hat Erfahrungen mit diesen Unterhaltungen gemacht. Im folgenden Interview berichtet er davon.
Bisher habe ich mit zehn Pfarrerinnen und Pfarrern gesprochen. Erst im November wird unsere Kreissynode die regelmäßigen Mitarbeitendengespräche offiziell beschließen. Dann ist als nächster Schritt geplant, solche Gespräche auch für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuführen.
Mein Fazit fällt wirklich ausgesprochen positiv aus. Auch mir hat der Gedankenaustausch persönlich gut getan. Nachdem klar war, dass das Gesprochene absolut unter uns bleibt, war der Dialog auch überraschend offen.
Ja, ich mache mir Notizen. Doch die verschwinden in den Tiefen des Schreibtisches. Und sobald jemand den Kirchenkreis verlässt, werden sie vernichtet.
Auf jeden Fall. Genauso wie die Tatsache, dass diese Unterhaltungen keine Kontrollgespräche sind und auf der Grundlage gegenseitiger Wertschätzung geführt werden
Am Anfang haben einige gefragt: "Muss das denn sein?" Aber inzwischen ist die einhellige Meinung, dass "die Gespräche enorm wichtig sind". Das ist eben etwas ganz anderes, wenn man solch einen Gedankenaustausch systematisch einplant oder die Kommunikation eher so laufen lässt. Inzwischen kommen Pfarrerinnen und Pfarrer auf mich zu, und wollen ein solches Gespräch führen. Was mich übrigens sehr freut.
Zunächst einmal finden sie immer an einem Donnerstagmorgen statt. Derjenige, der zum Gespräch kommt, hält dann auch die Andacht im Kreiskirchenamt. Das ist eine gute Gelegenheit für die Mitarbeitenden des Hauses, die Pfarrerinnen und Pfarrer kennen zu lernen. Man kennt sich ja eigentlich nur vom Telefon her. Die Gespräche selber dauern meiner Erfahrung nach rund eineinhalb Stunden. Dann ist eigentlich alles gesagt.
Natürlich ist jedes Gespräch unterschiedlich. Aber ein bestimmter Gesprächsbogen lässt sich schon erkennen. So beginnen wir in der Regel mit einem Blick in die Vergangenheit. Was ist gelungen, was ist misslungen? Wie war die Zusammenarbeit? Wichtig ist mir auch ein Leitungsfeedback. Dann kommt man zu aktuellen Themen, bevor man einen Blick in die Zukunft wirft. Gibt es Bedarf an Förderung? Wo wollen wir hin? Das ganze mündet in eine Zielvereinbarung, die, wenn gewünscht, auch unterschrieben werden kann - das ist allerdings selten.
<typohead type="4">Die regelmäßigen Mitarbeitendengespräche sind Teil der "Grundsätze für Leitung, Führung und Zusammenarbeit in der EKvW". Sie gehören der Projektgruppe an, die die "Grundsätze" erarbeitet und der Landessynode 2003 vorgelegt hat. Diese wiederum hat Kirchenleitung, Kirchenkreise und Gemeinden gebeten, die Grundsätze einzuführen. Wie ist Ihr Eindruck? Ist dieser Beschluss wahrgenommen worden?</typohead>
Die Kirchenkreise handhaben dieses Thema unterschiedlich. Mit der Umsetzung ist man dort unterschiedlich weit. Was die Gemeinden betrifft, so habe ich den Eindruck, dass die Grundsätze nicht aufgenommen, geschweige denn ausreichend diskutiert worden sind. In unserem Kirchenkreis werden sie im kommenden Jahr in die Presbyterien eingebracht.
(Das Gespräch wurde Ende Juni 2004 geführt.)
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© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen.
Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34