Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"Dem muss sich Kirche stellen"

Immer mehr Alte und immer weniger Junge – der demografische Wandel ist in aller Munde. Im Zuge des Reformprozesses „Kirche mit Zukunft“ fand im Kirchenkreis Bielefeld ein Pilotprojekt zu diesem Thema statt. Im folgenden Interview gibt Superintendentin Regine Burg darüber Auskunft.

Frau Burg, wieso hat sich der Kirchenkreis Bielefeld an dem Pilotprojekt „demografischer Wandel“ beteiligt?

Unsere Situation hier im Kirchenkreis ist untypisch für Ostwestfalen. Wenn ich Kolleginnen und Kollegen aus dem Ruhrgebiet erzählen höre, fühle ich mich eher an unsere Situation erinnert, als bei Berichten aus den umliegenden Kirchenkreisen.

Das heißt konkret?

Bei uns schlägt der demografische Wandel mächtig zu. Die Zahl der Mitglieder hat sich im Kirchenkreis in den vergangenen 30 Jahren von 190 000 auf 115 000 verringert. Und das sind nicht nur alles Austritte. Vielmehr sind der demografische Faktor und der Wegzug in den „Speckgürtel“ Bielefeld wichtige Ursachen für diese Veränderung.

Also ist das Phänomen kein Neues. Was haben Sie bisher getan, um sich diesem Problem zu nähern?

Schon vor langer Zeit haben wir im Kirchenkreis gesagt: Dem muss sich Kirche stellen. Wir haben beispielsweise eine Gebäudestrukturanalyse auf den Weg gebracht, bei der der Ist-Zustand und die Entwicklung in der Zukunft gleichermaßen eine Rolle spielen. Bei dieser Analyse kamen spannende Sachen heraus. Beispielsweise, dass in unserer Innenstadt vor allem die 30- bis 40-Jährigen wohnen und die Gemeinden gut beraten wären, ihr Angebot entsprechend auszurichten.

Aber nicht alle Gemeinden können alles anbieten.

Genau deswegen haben wir Nachbarschaften gebildet. So können die Angebote besser koordiniert werden.

Sie sind im Kirchenkreis also gut vorbereitet, warum das Pilotprojekt?

Es geht ja nicht nur um die momentan Konzepte. Wenn man etwas über die demografische Entwicklung weiß, kann man noch besser planen. Und dazu hat das Pilotprojekt uns wichtige Werkzeuge an die Hand gegeben. Dank der Portfolio-Methode  kommen wir zu einer gezielteren Angebotsplanung. Sie ist mir allerdings zu sehr auf den finanziellen Bereich ausgerichtet. Mir als Theologin sind da auch andere Dinge wichtig.

Hat es Gemeinden gegeben, die nach dieser Portfolio-Methode gearbeitet haben?

Ja: Wir haben vier Modellgemeinden ausgesucht, die typisch, aber auch unterschiedlich sind. Zwei haben inzwischen auch mit der Portfolio-Analyse gearbeitet. Sie ist eine gute Unterstützung für den Prozess, der läuft. Denn die Statistik gibt nicht vor, was man tun muss. Aber sie hilft, den Blick für das zu schärfen, was nötig ist.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Christen gestalten Kirche in Gegenwart und Zukunft mit. Dazu benötigen wir große professionelle Kompetenz haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter. Eine Neuorientierung allein um den Pfarrberuf herum zu denken, bedeutet für mich "alten Wein in neue Schläuche" zu füllen.“
Martin Uffmann
PG II