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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Leitungsaufgabe delegieren

Die Regelmäßigen Mitarbeitendengespräche sind eine feine Sache. Das finden alle im Kirchenkreis Iserlohn. Obwohl nicht alle Mitarbeitenden mit dem Superintendenten sprechen, kommt niemand zu kurz - in Iserlohn setzt man aufs Delegieren.

Denn, wenn der Superintendent noch etwas anderes machen soll, als regelmäßig Mitarbeitendengespräche zu führen, muss diese Leitungsaufgabe delegiert werden. So oder so ähnlich lauteten die Überlegungen des Kreissynodalvorstandes (KSV) in Iserlohn, als er 2001 die Gespräche als verbindlich einführte. Rund 100 Pfarrerinnen und Pfarrer gibt es im Kirchenkreis. Also beschloss man, dass vier theologische Mitglieder des KSV diese Aufgabe mit übernehmen und sich in je einer der insgesamt sechs Regionen des Kirchenkreises mit den Pfarrerinnen und Pfarrern zusammensetzen.

Superintendent Albert Henz führt in zwei Regionen, mit den Fachbereichsleitern der Synodalen Dienste wie Jugendreferat, Seelsorge, Bildung und Berufsschule, mit dem Verwaltungsleiter des Kreiskirchenamts und den Pfarrerinnen und Pfarrern im Entsendungsdienst das Regelmäßige Mitarbeitendengespräch.

Der Verwaltungsleiter spricht dann mit den Abteilungsleitern und den Mitarbeitenden außerhalb der Abteilung wie Hausmeister, Reinigungskräften usw., die Abteilungsleiter wiederum sprechen mit den Mitarbeitenden ihrer Abteilungen. Und die Pfarrerinnen und Pfarrer der Synodalen Dienste sprechen mit ihren Mitarbeitenden. Sogar manche Pfarrerinnen und Pfarrern in den insgesamt 25 Gemeinden des Kirchenkreises bieten ihren Mitarbeitenden die Gespräche an.

Was so kompliziert klingt, hat eine klare Struktur. Und klare Regeln. So bleibt der Gesprächsinhalt zwischen den beiden Gesprächpartnern. Nur mit Erlaubnis des jeweiligen Mitarbeitenden darf der Inhalt an Dritte wie beispielsweise den Superintendenten weitergegeben werden. Das Protokoll, das die beiden während des Gesprächs verfassen, bleibt ausschließlich bei ihnen und dient lediglich als Grundlage für das nächste Gespräch. Danach wird es vernichtet.

„Wir machen durchweg gute Erfahrung mit dem Modell. In den ersten zwei Jahren haben wir Auswertungsbögen verteilt und die Resonanz war sehr positiv“, erzählt Antje Röse vom Strukturbüro des Kirchenkreises. „Die Gespräche laufen in einem überschaubaren Zeitraum ab, in dem man in Ruhe über die Arbeit sprechen kann“, sagt sie weiter. Probleme können angesprochen werden, es gibt die Möglichkeit der Reflexion und es werden Ziele vereinbart.

Die Regelmäßigen Mitarbeitendengespräche sind weder kollegiale noch seelsorgerische Gespräche, sondern sie sind Leitungsinstrumente. Das macht nicht zuletzt auch das Drumherum deutlich: Alle Gespräche dauern rund zwei Stunden und finden im Kreiskirchenamt statt. Für die Gespräche werden Räume freigehalten. Die Termine – auch der KSV-Mitglieder - verwaltet die Sekretärin des Superintendenten, und die Superintendentur übernimmt auch die Bewirtung.

Was inzwischen klappt wie am Schnürchen, wurde gut vorbereitet. „Wir haben einen Pfarrkonvent zum Thema veranstaltet und haben auch auf Gemeindeebene Infoveranstaltungen abgehalten“, erzählt die Pfarrerin im Entsendungsdienst. Natürlich gab es auch Fortbildungen zum Thema. Jetzt gehören die jährlichen Mitarbeitendengespräche zum guten Ton im Kirchenkreis Iserlohn. „Einige fragen sogar danach“, weiß Antje Röse.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen
Weil Gott auf uns Menschen zugegangen ist, wollen auch wir als seine Kirche auf die Menschen zugehen und ihnen die Wertschätzung weitergeben, die wir von Gott empfangen. Wir bieten Raum für Gespräche, nehmen die Menschen mit ihren Sinn- und Lebensfragen ernst und hören aufmerksam auf das, was sie an Kritik und Erwartung gegenüber der Kirche und dem Glauben bewegt.