Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"Komm und sieh"

Sie tragen die T-Shirts, Sweatshirts oder Jacken mit dem Logo „Komm und sieh“ voller Stolz - auch in der Schule. Und weil das so ist, erkennen sie: Wir sind viele. Die Jugendkirche in Soest bietet den Jugendlichen der Region Identifikationsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung. Und zwar durchaus unter einem missionarischen Aspekt.

Keine Konkurrenz

Seit knapp drei Monaten gibt es die Jugendkirche Soest als zentrales Angebot für Jugendliche. Sie fördert, unterstützt und ergänzt die Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden der Region Soest. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den Gemeinden, aber wir können im Vergleich zu den teilweise kleinen Gemeinden in der ländlichen Region andere Dinge anbieten“, sagt Jugendreferent Friedrich Kasten.

Die Jugendlichen, so die Erfahrung von ihm und seiner Kollegin Petra Englert, gehen ohnehin zum größten Teil in Soest in die Schule. Auch ihre Freizeit verbringen sie in der Stadt. Was liegt also näher, als das kirchliche Angebot für die Jugendlichen zentral in Soest zu beheimaten.

„Viele der Jugendlichen, die zu uns kommen, engagieren sich zusätzlich in ihren Heimatgemeinden“, weiß Kasten. In der Jugendkirche können sie sich z. B. durch Mitarbeiterschulungen und Seminare für diese Arbeit fit machen lassen. Und sie finden in der ehemaligen Bauhütte der Wiesenkirche einen Ort für sich, geistliche Heimat und Gleichgesinnte, die gleich „ticken“.

Gottesdienst namens Hugo

Einmal im Monat feiert die Jugendkirche den Jugendgottesdienst „Hugo“ (englisch ausgesprochen und die Abkürzung für here you go). Mit großem Erfolg. „Wir müssen uns um einen größeren Raum Gedanken machen“, blickt Petra Englert in die Zukunft. Der Gottesdienst wird von rund 40 Jugendlichen vorbereitet. Verschiedene Teams kümmern sich um Technik, Deko, Catering, Musik – eben um alles, was zu einem richtig schönen Jugendgottesdienst gehört.

Gefeiert wird im Saal der Wiesengemeinde. „Hier in Soest haben wir nur alte Kirchen, die sind akustisch für die Art von Musik, die Jugendliche gut finden, ungeeignet“, begründet die Wahl des Ortes.

Aus der Not entstanden

Entstanden ist die Idee zur Jugendkirche wie so oft aus der Finanznot. 2006 musste sich der Kirchenkreis überlegen, ob er Arbeitsbereiche aufgeben kann. Auch die Jugendarbeit stand auf dem Prüfstand. Man entschied sich, die Jugendkirche synodal zu finanzieren und zu budgetieren. „Das war eine schwere Zeit, aber die Eltern und Jugendlichen selbst haben für den Erhalt der Jugendarbeit gekämpft“, erinnert sich Petra Englert.

„Komm und sieh“, das Motto der Jugendkirche geht auf Johannes 1,35-51 zurück und unterstreicht ihren einladenden Charakter. „Komm im Sinne von: Mach Dich auf, sei neugierig, begib Dich auf die Suche, mach Dir ein eigenes Bild. Dazu sieh, im Sinne von: Verstehen, Begreifen, Erkennen, Glauben“, so heißt es am Anfang des Programmhefts der Jugendkirche.

Und die Jugendliche kommen und sehen und werden aktiv. So sammelten sie in einer gemeinsamen Aktion mit dem WDR Lebensmittel für die Soester Tafel. Mit viel Lob. „Ich finde das toll, dass sich die Jugendlichen ehrenamtlich engagieren“, lobt eine Einkäuferin in einem Supermarkt, nachdem die Jugendlichen sie gebeten hatten, ein Teil mehr einzukaufen und dieses der Tafel zu spenden.

Öffentlichkeitswirksam

Die Jugendkirche ist öffentlichkeitswirksam. Ihre Aktionen, ihr eigens Profil werden positiv wahrgenommen und unterstützt. Auch in den Schulen. „Selbst die Religionslehrerinnen und -lehrer laden zu unseren Veranstaltungen ein“, ist Petra Englert begeistert. Die Kooperation mit den Schulen wollen die beiden Jugendreferenten im nächsten Jahr noch ausbauen.

Und auch der Konfirmandinnen- und Konfirmandenunterricht liegt ihnen am Herzen. Hier bieten sie den Gemeinden Unterrichtseinheiten an und hoffen darauf, dass mehrere Gemeinden gemeinsam diese Angebote wahrnehmen. Denn für Jugendliche ist das Gemeinschaftserlebnis wichtig.

„Wir haben die Möglichkeit innovativ zu sein und können so die Kirche nach vorne bringen“, sagt Friedrich Kasten und fügt hinzu: „Das Evangelium muss sich auf die Menschen zu bewegen.“ Petra Englert ergänzt: „Wir haben schon immer missionarisch gearbeitet, auch schon vor der Jugendkirche in den Gemeinden. Das ist uns wichtig und deswegen machen wir weiter.“

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir laden zu aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein.
Weil alle Christinnen und Christen durch Gottes Geist begabt und befähigt sind, wollen wir eine Gemeinschaft sein, in der Frauen wie Männer, Kinder wie Erwachsene mit ihren Anregungen, ihrer Kritik und ihrer Mitwirkung das kirchliche Leben bereichern. Unsere Kirche lebt vom haupt- und ehrenamtlichen Engagement vieler.