Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
Hauptmenü:
Suchbegriff eingeben: Suchen
 Erfahren Sie mehr über den Reformprozess innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Logo Kirche im Aufbruch
 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Eine Kirche für die Jugend

Bei der Nacht der offenen Kirchen gab es in der Jugendkirche ein begehbarers Labyrint.

Thomas Wandersleb ist begeistert. Der Jugendpfarrer aus Bielefeld ist dabei, eine Idee zu verwirklichen, die er schon lange Zeit mit sich herumträgt: Eine Kirche für Jugendliche. Eine Kirche, die Jugendliche selbst gestalten und eigenverantwortlich mit Leben füllen. Eine Jugendkirche, die evangelisches Profil zeigt.

Am 1. September startet das Projekt „Evangelische Jugendkirche“ in der Erlöserkirche – eines von zwei Gotteshäusern der Lydia-Gemeinde. Die sanierungsbedürftige Kirche mit Gemeinderäumen wäre für die Lydia-Gemeinde auf Dauer nicht mehr finanzierbar gewesen und wird deswegen nun zur Kirche für alle Jugendliche des Kirchenkreises. Auf drei Jahre ist das Projekt zunächst befristet. 20.000 Euro Anschubfinanzierung gibt´s davon vom Kirchenkreis. „Das Geld ist für die Ausstattung gedacht, damit wird kein Personal bezahlt“, betont Wandersleb. Nach drei Jahren sollen die Jugendlichen in der Lage sein, sich durch Fundraising selbst um ihr Gotteshaus zu kümmern.

Die Idee trifft bei den Jugendlichen auf offene Ohren und auf viele Ideen. Bei einem Workshop konnten sie bereits ihrer Phantasie freien Lauf lassen und sich mit der Gestaltung des Kirchraumes auseinandersetzen. Klar ist: Die Orgel bleibt drin und auch das große Kreuz in der Mitte bleibt hängen. Aus den Ideen wurde ein Konzept entwickelt, das sechs Jugendliche auf der Pfarrkonferenz vorstellten. „Natürlich gab es auch Kritik“, erinnert sich Thomas Wandersleb. Nicht alle in der Gemeinde sind begeistert. Der Posaunenchor Sudbrack beispielsweise probt seit Jahren in der Kirche und ist nicht begeistert, dass er sich eine neue Bleibe suchen muss.

„Natürlich gibt es Rahmenbedingungen für diese Kirche“, sagt Thomas Wandersleb. Die Kirche liegt in einem Wohngebiet und darauf muss Rücksicht genommen werden. Aber dafür haben die Jugendlichen Verständnis. Seinem Eindruck nach wollen sie dieses Projekt und betreiben es mit großer Ernsthaftigkeit. „Dir Kirche bleibt eine Kirche“, sagt Wandersleb. Und so feierten die Jugendlichen Pfingsten in der Erlöserkirche die Nacht der offenen Kirchen und am Pfingstmontag fand ein ganz normaler Gemeindegottesdienst dort statt. „Es wird weitere Gottesdienste für die Gemeinde geben“, sagt der Jugendpfarrer.

Die Erlöserkirche soll nach und nach renoviert werden. Mit den Jugendlichen zusammen. „Aber erstmal wollen wir die Jugendkirche mit Inhalt füllen“, betont Thomas Wandersleb. Und dazu nutze man das, was vorhanden sei. „Die Bestuhlung beispielsweise ist hässlich, aber sie ist stapelbar. Deswegen ist sie hervorragend geeignet. Die Sanierung dürfe nicht Mittel zum Zweck sein.
Unterstützung bekommt das Projekt von sechs jungen Betriebswirten, die im Management eines großen Unternehmens arbeiten. Sie halfen bei der Konzeptentwicklung und werden auch weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Regelmäßige Jugendgottesdienste, „geistliche Events“ und spirituelle Angebote werden zum Programm gehören. In der Woche soll es an bestimmten Tagen Öffnungszeiten geben, an denen die Jugendlichen in der Kirche Begegnungsmöglichkeiten haben und einen Ort vorfinden, an dem sie weitere Planungen und Absprachen vornehmen können.

Jetzt sind alle gespannt, wie die Kirche für Jugendliche sich entwickelt. Thomas Wandersleb ist aufgeregt und zuversichtlich. Und er freut sich auf den Start im September.

www.jugendpfarramt-bielefeld.de

Seitenanfang - Druckansicht
Copyright:
© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen - Impressum
Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen
Weil Gott auf uns Menschen zugegangen ist, wollen auch wir als seine Kirche auf die Menschen zugehen und ihnen die Wertschätzung weitergeben, die wir von Gott empfangen. Wir bieten Raum für Gespräche, nehmen die Menschen mit ihren Sinn- und Lebensfragen ernst und hören aufmerksam auf das, was sie an Kritik und Erwartung gegenüber der Kirche und dem Glauben bewegt.