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„Ich hab schon eine tolle Idee für das Anspiel“, platzt die 13-jährige Nadine heraus. Ganz aufgeregt rutscht sie auf dem Sofa herum. Es ist Vorbereitungsabend des punkt11-Gottesdienstteams. Das Team aus Fröndenberg wurde 2008 mit dem „Förderpreis Kreatives Ehrenamt in der Evangelischen Kirche von Westfalen“ ausgezeichnet. Doch an diesem Abend wird nicht etwa diese Auszeichnung gefeiert, sondern gearbeitet. Der Weihnachtsgottesdienst steht an. Das Thema: „drei, zwei, eins – meins…“.
„Zur Gottesdienstvorbereitung treffen wir uns in der Regel nur einmal“, sagt Michael Silber und schränkt ein: „Anspielteam, Band und die anderen Gruppen treffen sich natürlich auch öfter.“ Die Themen werden einmal im Jahr gemeinsam festgelegt. Als Michael Silber und seine Frau Katja nach Fröndenberg zogen, entstand bald zusammen mit Pfarrer Hartmut Görler die Idee einen besonderen Gottesdienst zu etablieren. Die drei entwickelten ein Konzept und Pfarrer Görler stellte es dem Presbyterium vor.
Am 14. März 2004 feierte die Gemeinde in der Stiftskirche den ersten punkt11-Gottesdienst, der seit dem an jedem zweiten Sonntag im Monat fester Bestandteil der Verkündigungsarbeit in Fröndenberg ist. Ein Gottesdienst für und von Konfirmanden und Katechumenen und für die gesamte Gemeinde.
Der Gottesdienst ist anders und doch als Gottesdienst zu erkennen: Es gibt kein Orgelvorspiel und keinen Talar, aber es gibt christliche Lieder – nur eben meist in Englisch und begleitet von der Band Heaven's Eleven. Wichtiges Merkmal ist das Anspiel, ein szenischer Denkanstoß zum Gottesdienstthema, aber es gehört auch eine Ansprache zum Gottesdienst, die meist ein Pfarrer übernimmt. Interaktiv ist punkt11 und am Ende bekommt jeder Besucher etwas geschenkt.
Jeder Gottesdienst beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. „Das ist gemütlich und man kann Kontakte pflegen“, sagt der 15-jährige David. „punkt11 bietet eine Gottesdienstform, die mich anspricht“, bestätigt sein 19-jähriger Bruder Lukas, der in der Band Heaven's Eleven Piano spielt. Schön sei es beispielsweise auch, dass der Gottesdienst in der Stiftskirche stattfinde. „Das ist eine gute Mischung von neu und Tradition“, so Lukas.
Einmal im Jahr feiern das punkt11-Team und die Gemeinde einen Gottesdienst außerhalb der Kirchenmauern. 2008 ging es ins Freibad. Das Thema: „Lebendiges Wasser“. Dieser Gottesdienst hat beispielsweise dazu geführt, dass die 14-jährige Paula zum Vorbereitungsteam gestoßen ist.
Mit Nadine begeistert sie sich besonders für die Anspiele. In der Schule, so berichtet Paula, werde sie manchmal komisch angeguckt, weil sie einen Gottesdienst mit vorbereitet. „Die sagen, das ist doch langweilig – aber das ist gar nicht langweilig“, sagt sie ein bisschen entrüstet. Eine Erfahrung, die Nadine und Sebastian (13) bestätigen können. Doch die drei und alle anderen im Vorbereitungsteam lassen sich nicht abhalten, ihrem Glauben bei punkt11 Ausdruck zu verleihen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.
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© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen.
Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34