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http://www.reformprozess.de/444.0.html

Sie sind Gastgeberinnen und Gastgeber in ihrer Kirche. Und als solche verstehen sie sich auch. Die Ehrenamtlichen, die Kirche offen halten, nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Und sie reden auch gerne über ihre Kirche und ihre Erfahrungen als Gastgeber.
Wohl auch aus diesem Grund waren Ende Februar 21 Ehrenamtliche zu einem Seminar des Erwachsenenbildungswerkes in das Haus der Landeskirchlichen Dienste in Dortmund gekommen, um über sich und ihr Amt nachzudenken. Für diesen Erfahrungsaustausch nahmen sie teils lange Wege auf sich und kamen aus Bielefeld, Münster, Hagen oder Lünen.
Schnell war klar: so unterschiedlich die Kirchen und Orte, so unterschiedlich auch das Selbstverständnis und die Aufgaben der Aktiven.
„Selbst wenn keiner kommt - ich genieße es, auch mal allein in der Kirche zu sein“, sagte eine Teilnehmerin. „Ich freue mich, wenn viele kommen, denn das ist auch ein Erfolgserlebnis für mich“, konterte ein anderer Aktiver.

Manche machen sich in Architektur und Geschichte schlau und geben auch gerne mal eine kleine Kirchenführung. Andere dagegen nehmen sich ganz zurück und verstehen sich als Kirchenwächter. Nur eines ist allen gemein: Sie lieben ihre Kirchen und versehen diesen Dienst für die Gemeinde und andere Menschen.
Im Rahmen des Reformprozesses stieß die Evangelische Kirche von Westfalen die Initiative „offene Kirchen“ an. Eine Idee, die auf viel Resonanz traf. 50 Gotteshäuser haben bereits außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet - Tendenz steigend.
Doch dieser Service wäre ohne die ehrenamtlichen Gastgeberinnen und Gastgeber nicht möglich. Sie schließen nicht nur auf und ab, sondern sorgen auch dafür, dass jeder in der Kirche zu seinem Recht kommt. Sie kümmern sich um das Infomaterial, die Kerzen, dienen als Ansprechpartner und haben alles im Blick. Ihre Erfahrung: Es kommen immer „Stammgäste“, manchmal Touristen (je nach Kirche und Lage) und oft Menschen, die traurig sind. Deswegen ist Ruhe in der geöffneten Kirche wichtig. Da waren sich alle einig.
Aber auch sonst gibt es einiges, was die Aktiven selbst von einer geöffneten Kirche erwarten: Ein Info-Faltblatt, wenn gewünscht, einen Ansprechpartner, Bewegungsfreiheit, Platz zur Besinnung und ganz praktisch: Wärme und Licht. Was würden sie selbst als Besucher in einer offenen Kirche tun wollen? Beten, sich besinnen, abschalten, besichtigen, manchmal singen und ausruhen. Das, da waren sich die 21 einig, wollen ihre Gäste auch.
Sie tun ihren Dienst gern und mit viel Eifer. Und deswegen wünschen sie sich, dass es immer mehr geöffnete Kirchen gibt und auch mehr Gastgeber. Einen Tipp haben die Profis noch auf Lager: Ist eine Kirche geöffnet: Keil in die Tür und offen gelassen. „Seit wir unsere Tür wirklich offen lassen, kommen viel mehr Besucher.“

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© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen.
Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34