Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"So funktioniert Leitung"

"Man erwartet, dass Menschen in entsprechenden Positionen Leitung wahrnehmen. Das gilt auch für die Kirche." Jürgen Espenhorst, Geschäftsführer der Projektgruppe IV "Strukturklarheit auf allen Ebenen / Leitungshandeln" bringt es auf den Punkt. "Es gibt Dinge über die muss gesprochen werden. Sie müssen bearbeitet und sie müssen entschieden werden. So funktioniert Leitung."

Auch in der Kirche müssen Mitarbeiter angeleitet und geführt werden. "Da scheint es oftmals Probleme zu geben, denn bei der Umfrage in den Kirchenkreisen zu Beginn des Reformprozesses wurde uns dieses Thema immer wieder als reformwürdig ans Herz gelegt."
Seit der Landessynode 2003 existieren nun in der EKvW die "Grundsätze für Leitung, Führung und Zusammenarbeit", von der Projektgruppe IV erarbeitet und von der Synode beschlossen. Unter sieben Überschriften werden die Grundsätze ausgeführt. Dazu gehört der Wille zu klaren Strukturen genauso wie das Schließen von Zielvereinbarungen, die Förderung der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden wie auch die planmäßige Personalentwicklung.

Leitsätze mit Sprengstoff

Dass sich hinter den zunächst harmlos anmutenden Leitsätzen durchaus Sprengstoff verbergen kann, ist Jürgen Espenhorst klar: "Nehmen Sie zum Beipiel die erste Überschrift ,Wir leiten und führen in klaren Strukturen´ - das ist häufig nicht so. Klare Strukturen fallen nicht vom Himmel. Strukturen sind mit Macht verbunden und  je unklarer sie sind, desto mehr Macht können Einzelne ausüben." Strukturklarheit könnte also auch Machtverlust für Einzelne bedeuten. Doch Espenhorst ist überzeugt: Ohne klare Strukturen und einen verbindlichen Führungsstil geht es nicht. "Deswegen hat die Synode sowohl die Landeskirche als auch die Kirchenkreise und Gemeinden gebeten, diese Grundsätze umzusetzen", erläutert er.

Von der Richtigkeit der Grundsätze ist Espenhorst überzeugt. Zum Beispiel von den Zielvereinbarungen: "Man macht sich gemeinsam klar, was wollen wir erreichen?´. Und daran müssen sich Mitarbeiter wie Vorgesetzte messen lassen." Auch das schafft Transparenz.

Umgehend informieren

Eigenverantwortung für Mitarbeitende erzeugt Motivation, ist der Projektgruppen-Geschäftsführer überzeugt. "Gerade in unserem presbyterial-synodalen System ist Motivation wichtig. Denn es gibt wenig Möglichkeit jemanden zum Handeln zu verpflichten. Doch wenn die Motivation stimmt, ist das auch nicht nötig."

Wichtig sei auch die Information als Teil des Leitungshandelns. Es müsse umfassend und umgehend informiert werden. Und zwar in einer verständlichen Sprache.

Die Grundsätze sind auf einen konsequenten Dialog ausgerichtet. "Weg vom drüber reden, hin zum Konsequenzen ziehen", betont Espenhorst. "Es bleibt spannend, wann welche Kirchenkreise die Grundsätze umsetzen werden."

 

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Es geht mir nicht um die Kirche. Es geht mir um uns Menschen und um unsere Welt. Denn wir brauchen die mutigen Bilder und Visionen der Bibel, die Kraft der Lieder und Melodien, die heitere Gelassenheit, die aus dem Glauben erwachsen kann. Deshalb liegt sie mir am Herzen, die Zukunft unserer Kirche.“
Antje Rösener
PG II