Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Treff an Markttagen

Der erste, der morgens kommt, ist Klaus Büscher-Mondry. Kurz vor 9 Uhr kauft er schnell ein belegtes Brötchen und geht dann zu seinem Schuhgeschäft im Stadtteil Lünen-Süd. Der Geschäftsmann kommt regelmäßig. Man kennt sich. „Hier schmeckt es gut und die Leute sind sehr höflich“, lobt er Angebot und Mannschaft des Marktcafés der Evangelischen Kirchengemeinde Preußen. Auch für seinen Hund fällt bei dem reichhaltigen Angebot im Gemeindehaus etwas ab. Büscher-Mondry zahlt und geht. Für die sieben Ehrenamtlichen vom Marktcafé ist sein Besuch das sichere Zeichen dafür, dass es bald losgeht.

Das Marktcafé ist eines der Ehrenamtsprojekte, das mit dem Förderpreis „Kreatives Ehrenamt in der Kirche“ ausgezeichnet wurde. Das Café teilt sich den Preis mit dem Frühstücksbasar in Lünen-Gahmen. Beides sind Projekte der Evangelischen Kirchengemeinde Preußen, die den Preis  für beide Angebote erhielt.

Bevor die ersten Besucher gegen 9 Uhr das Gemeindhaus stürmen gönnen sich die Ehrenamtlichen selbst ein kurzes Frühstück gemeinsam an einem Tisch. Schließlich sind die meisten von ihnen schon seit 7 Uhr vor Ort. Seit 1997 gibt es das Marktcafé. Die Idee war einen Treffpunkt an Markttagen zu schaffen, denn Kirche und Gemeindehaus liegen nahe dem Marktplatz. Das Café fing ganz klein an. Mit bis zu 40 Gästen. Inzwischen sind es oft 100 Besucher pro Mittwoch.

Zunächst kamen hauptsächlich Ältere, doch jetzt  ist das  Publikum gut gemischt. Opas kommen mit Enkeln, Mütter mit ihren Kindern, Familien treffen sich zum gemütlichen Plausch, ein paar städtische Arbeiter schauen zur Frühstückspause rein und auch die ein oder andere Gruppe verabredet sich zum Kaffee. „Es kommen auch viele Alleinstehende“, erzählt Astrid Nagelfeld. Viele von ihnen haben ihren festen Platz, treffen bekannte Menschen und genießen das Gespräch.

Zeit zum Gespräch haben die Ehrenamtlichen - sechs Frauen und ein Mann - nach Öffnung des Cafés nicht mehr. Denn schnell bildet sich eine Schlange an dem reichhaltig gedeckten Tisch. Körnerbrötchen, Marmelade, Quark, Käse, Wurst, Eier und vieles mehr können die Cafébesucher für kleines Geld erwerben. Vieles wird frisch zubereitet, wie die Waffeln oder das Rührei. Jeder Kunde kann seine Wünsche äußern und die Vorlieben ihrer Stammkunden kennt die Café-Mannschaft genau.

Ein besonderes Angebot in Lünen-Süd sind die Geburtstagstische, die, liebevoll gedeckt, viel Platz für Gäste bieten. Heute feiert ein Strickclub das Wiegenfest eines Mitglieds. Mit Sekt zum Anstoßen und viel guter Laune. „Das ist hier so gemütlich“, sind sich die Frauen einig, die sich über den schön gedeckten Tisch freuen und viel Spaß haben. Für einen Geburtstagstisch muss man sich zwei Wochen im Voraus anmelden. „Wir haben bis weit ins kommende Jahr schon Voranmeldungen“, sagt Astrid Nagelfeld.

Doch das Café ist mehr als nur ein Treffpunkt. Auf den Tischen platziert die Gemeinde regelmäßig ihre Werbung für Gemeindeveranstaltungen. Nebenan in der Kirche finden oft zu den Café-Öffnungszeiten  Orgelkonzerte statt. Auch die Pfarrer lassen sich regelmäßig blicken. Kurz, das Marktcafé ist eine Kontaktbörse zur Kirche. Menschen, die mit Kirche wenig am Hut haben, können sich hier annähern und mit der Gemeinde ins Gespräch kommen.

Ein weiterer Vorteil für die Gemeinde: Die fleißigen Café-Frauen und –Männer erwirtschaften Geld, das der Gemeinde zugute kommt. Ob das Geschirr für das Café, die Möbel für die Jugendgruppe oder ein neuer Ofen die Ehrenamtlichen haben im Laufe der Jahre schon viel für die Gemeinde angeschafft. Und trotzdem bleibt auch immer noch Geld für  andere soziale Projekte wie für die Mitternachtsmission, die örtlichen Schulen, eine Multiple-Sklerose-Gruppe und vieles mehr.

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir machen Menschen Mut zum Glauben.
Weil wir das Handeln Gottes als heilsam für unser Leben erfahren, wollen wir das Evangelium mit allen Menschen teilen. Darum erzählen wir immer wieder von Gottes befreiender Liebe, ermutigen zum Vertrauen auf Christus und bieten Gemeinschaft in seiner Kirche an. Glaube entsteht, wo Menschen dem Evangelium Vertrauen schenken.