Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Musical ist ansteckend

„Lasst uns in diesem Jahr drei statt zwei Musicals machen“, ist Pfarrer Christoph Otminghaus begeistert. Auch die anderen vom Planungsteam der Kindermusicalarbeit der Kirchengemeinde Eidinghausen lassen sich von der Idee anstecken. Zumal man im Frühjahr neue Wege gehen will: „Unsere Jugendlichen wollten auch mal ein Musical aufführen, deswegen findet das kommende Projekt mit 12- bis 16-Jährigen statt“, erzählt Chorleiterin Christine Weitkamp.

Die Kindermusicalarbeit der Kirchengemeinde Eidinghausen ist einer der Preisträger, die mit dem Förderpreis „Kreatives Ehrenamt in der Kirche“ ausgezeichnet wurden. 2001 hatte Pfarrer Christoph Otminghaus die Idee mit der Musicalarbeit neue Kinder – zunächst für den Kindergottesdienst – zu gewinnen. Doch die Sache wuchs so stark, dass die Kindermusicals schnell zum eigenständigen Projekt wurden.

Denn Musical ist in Eidinghausen hochgradig ansteckend. Was mit 20 Kindern begann, ist längst auf 102 Nachwuchssänger angewachsen. Auch Mütter – und ein paar Väter – nehmen teil. Hinzu kommt eine große Schar an Aktiven, die nicht im Chor singen, aber auf der Bühne, in der Band, als Kulissenmaler und vielem mehr mitmachen.

Ehrenamtliche Betreuer

Betreut werden sie von Erwachsenen und Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in der Kindermusicalarbeit engagieren. Wie beispielsweise Theresa Ußling und Dennis Zerbe, die mit den Musical-Kindern Sprechproben absolvieren. „Damit sie ein Gefühl für den Text und den Inhalt bekommen“, erzählt Theresa Ußling. Oder wie Lucas Obermeyer, der für alles, was mit dem Theater in Zusammenhang steht, verantwortlich ist und mit seinen kreativen Ideen den Aufführungen einen besonderen Pfiff verleiht.

Mit dem Musicalprojekt gelingt es der Gemeinde auch viele Kirchenferne an die Kirche heranzuführen. „Viele Kinder haben noch nie etwas von Bibel und Glauben gehört“, erzählt Christine Weitkamp, „Leider gibt es von manchem Zuhause wenig Unterstützung.“ Da die Musicals alle einen geistlichen bzw. biblischen Hintergrund haben, erfahren Kinder, Ehrenamtliche und Besucher Näheres über den Glauben. Alles in allem kann die Gemeinde beobachten, dass sich zuvor Kirchenferne an die Kirche annähern. „Die Musicals sind eine gute Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Chorleiterin Martina Otminghaus.

Jedes Kind darf kommen

Die Kinder, die aktiv an den Aufführungen teilnehmen, werden nicht nach ihrem gesanglichen Können ausgesucht. Die Mitarbeit steht jedem Kind offen. Damit das so bleibt, hat sich die Gemeinde gegen eine Teilnehmergebühr entscheiden. „Andere Gemeinden machen das, nehmen beispielsweise 25 Euro pro Kind“, weiß Christine Weitkamp. Doch da es in Eidinghausen auch sozial schwache Familien gibt, die einen solchen Beitrag nicht aufbringen könnten, entschied sich die Gruppe dagegen. „Das wäre nicht in unserem Sinne, wenn einige Kinder draußen bleiben müssten“, so Weitkamp.

Hoher pädagogischer Wert

„Die Arbeit mit den Kindern hat einen hohen pädagogischen Wert. „Sie werden gestärkt und lernen ihre Fähigkeiten zu entwickeln“, sagt Grundschullehrerin Stephanie Niederbremer, die die Klavierbegleitung übernimmt. Und auch den aktiven Eltern tut das Singen gut. „Eine Mutter kommt sogar inzwischen ohne ihre Kinder“, schmunzelt Christine Weitkamp.

Die Musicals werden in der Kirche, aber auch in verschiedenen umliegenden Einrichtungen wie Wittekindhof, Kurkliniken oder Grundschule aufgeführt. Dadurch rückt die Kirche in den Blickpunkt. Die Finanzierung erfolgt größtenteils durch Spenden und Unterstützung durch handwerkliche Leistungen einheimischer Firmen.

Für dieses Jahr hat sich die Planungsgruppe auf drei Musicals geeinigt: Das Musical für Jugendliche soll auf dem Gemeindefest und möglichst noch an einem anderen Ort aufgeführt werden. In den Sommerferien wird es einen Musical-Workshop geben. Und natürlich steht die Musicaltruppe auch Weihnachten wieder parat. „Heilig Abend haben wir immer zwei Aufführungen vor dem traditionellen Gottesdienst“, erzählt Stephanie Niederbremer. „Da kommen jeweils 800 Leute in die Kirche.“ Im vergangenen Jahr gab es sogar noch ein Zusatzkonzert am 27. Dezember, vor 450 Menschen.

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 Zitat zum Reformprozess:
Wir laden zu aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein.
Weil alle Christinnen und Christen durch Gottes Geist begabt und befähigt sind, wollen wir eine Gemeinschaft sein, in der Frauen wie Männer, Kinder wie Erwachsene mit ihren Anregungen, ihrer Kritik und ihrer Mitwirkung das kirchliche Leben bereichern. Unsere Kirche lebt vom haupt- und ehrenamtlichen Engagement vieler.