Die Nadeschda-Prozessbegleiterinnen sind ganz normale Frauen. Renate Möllenhecker beispielsweise wollte sich im Ruhestand sozial engagieren als sie gefragt wurde, ob sie bei der Prozessbegleitung mitmachen wolle: "Ich habe mir das schon ganz genau überlegt, ob ich das ertrage. Ich hab´s versucht und es war sehr, sehr schwer. Nicht im Gerichtssaal, aber zu Hause, da kamen die Bilder. Doch das hat sich gegeben. Sonst hätte ich aufhören müssen." Und Ingrid Etzemüller ergänzt: "Aber eine Nacht geht immer drauf." Alle in der Gruppe nicken.
Das Schicksal der Frauen, die unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann zur Prostitution gezwungen und Oper von Gewalt werden, lässt die Prozessbegleiterinnen nicht kalt. Und deswegen schaffen sie nicht nur im Gerichtssaal Öffentlichkeit. Sie erzählen auch in ihrem normalen sozialen Umfeld von ihren Erfahrungen. "Viele hier in Deutschland wissen doch gar nicht, dass es so was gibt", sagt Luise Metzler. Und das wollen die Ehernamtlichen von Nadeschda ändern.