Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
Hauptmenü:
Suchbegriff eingeben: Suchen
 Erfahren Sie mehr über den Reformprozess innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Logo Kirche im Aufbruch
 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Räume gelebten Glaubens

Wer bei diesem Rundgang durch die Kirche Daten, Zahlen und Fakten erwartet, könnte enttäuscht werden, wer aber eine Kirche als Raum gelebten Glaubens erfahren will, der ist richtig bei den spirituellen Kirchenführungen des "Netzwerks" in Soest.

Rund 15 Männer und Frauen aus den Kirchenkreisen Arnsberg und Soest nehmen interessierte Menschen mit in die Gotteshäuser der Region. "Dabei legen wir weniger Wert auf das Museale", betont Netzwerk-Mitglied Marlene Kraft. Bei den Führungen wird getanzt, gefühlt, gestaunt und diskutiert. Jeder Kirchenführer hat seinen eigenen Ansatz und Zugang. Mal stehen die Führungen unter einem Thema, fokussieren einzelne Aspekte der Kirche, mal haben sie den Raum als Ganzes im Blick.

Kontakt zum Raum herstellen

Viel Platz also für die Talente der einzelnen Netzwerkler und für die Bedürfnisse der Geführten. "Das schöne an dieser Art der Führungen ist der kreative Umgang mit dem Raum. Wir selbst sind ganz frei in unsrer Akzentsetzung", lobt Marlene Kraft. Und ihr Netzwerk-Mitstreiter Martin Plaga ergänzt: "Wir wollen die Kirche nicht objektiv abbilden, sondern wollen Kontakt zum Raum herstellen."

Vorausgegangen ist bei jedem der Netzwerkler eine zweijährige Ausbildung zum Kirchenführer oder zur Kirchenführerin beim Erwachsenenbildungswerk.
"Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich meine erste spirituelle Führung während der Ausbildung mitmachte. Da fehlten mir auch noch all die Daten und Fakten", erinnert sich  Barbara Köster an die Zeit. "Doch inzwischen weiß ich, dass andere Dinge viel wichtiger sein können. Unsere Führungen sind ein Stück Glaubensvermittlung auf ganz vorsichtige und unaufdringliche Art."

Die meisten der Kirchenführer agieren in ihren Heimatgemeinden. Das Netzwerk bietet ihnen aber auch die Möglichkeit, einmal eine andere Kirche "auszuprobieren". Überhaupt wird Fortbildung in der Gruppe groß geschrieben. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder und probieren neue Elemente aus. Man besucht gemeinsam Künstler oder veranstaltet mal einen Workshop in einer modernen Kirche. "Bei dem Workshop dort war auch der Architekt der Kirche dabei. Der war anschließend selber total begeistert: So habe er seine eigene Kirche noch nie gesehen", erinnert sich Barbara Köster.

Schwellenängste überwinden

Die Gruppe will Schwellenängste überwinden und die Kirchen als Räume für die Öffentlichkeit neu erschließen. "Viele Menschen haben Angst, sich in einer Kirche normal zu bewegen. Diese Scheu wollen wir nehmen", sagt Martin Plaga. Martin Anemüller, Kirchenführer in Bad Sassendorf kann sich über einen Mangel an neugierigen Kurgästen nicht beklagen. Die mahnt er dann eher zur Ruhe. "Setzt Euch erst mal hin und lasst den Raum auf Euch wirken", ist sein Rat. Und so hält er es auch, wenn er eine fremde Kirche betritt. Hinsetzen und wirken lassen. Dann findet sich der eigene Zugang zum Gotteshaus. Das wissen alle Netzwerkler.

http://www.kirchenkreis-soest.de/537.html

Seitenanfang - Druckansicht
Copyright:
© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen - Impressum
Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Christen gestalten Kirche in Gegenwart und Zukunft mit. Dazu benötigen wir große professionelle Kompetenz haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter. Eine Neuorientierung allein um den Pfarrberuf herum zu denken, bedeutet für mich "alten Wein in neue Schläuche" zu füllen.“
Martin Uffmann
PG II