Viel Platz also für die Talente der einzelnen Netzwerkler und für die Bedürfnisse der Geführten. "Das schöne an dieser Art der Führungen ist der kreative Umgang mit dem Raum. Wir selbst sind ganz frei in unsrer Akzentsetzung", lobt Marlene Kraft. Und ihr Netzwerk-Mitstreiter Martin Plaga ergänzt: "Wir wollen die Kirche nicht objektiv abbilden, sondern wollen Kontakt zum Raum herstellen."
Vorausgegangen ist bei jedem der Netzwerkler eine zweijährige Ausbildung zum Kirchenführer oder zur Kirchenführerin beim Erwachsenenbildungswerk.
"Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich meine erste spirituelle Führung während der Ausbildung mitmachte. Da fehlten mir auch noch all die Daten und Fakten", erinnert sich Barbara Köster an die Zeit. "Doch inzwischen weiß ich, dass andere Dinge viel wichtiger sein können. Unsere Führungen sind ein Stück Glaubensvermittlung auf ganz vorsichtige und unaufdringliche Art."
Die meisten der Kirchenführer agieren in ihren Heimatgemeinden. Das Netzwerk bietet ihnen aber auch die Möglichkeit, einmal eine andere Kirche "auszuprobieren". Überhaupt wird Fortbildung in der Gruppe groß geschrieben. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder und probieren neue Elemente aus. Man besucht gemeinsam Künstler oder veranstaltet mal einen Workshop in einer modernen Kirche. "Bei dem Workshop dort war auch der Architekt der Kirche dabei. Der war anschließend selber total begeistert: So habe er seine eigene Kirche noch nie gesehen", erinnert sich Barbara Köster.