Durch den Hallenbau wurden auch die Männer der Gemeinde angesprochen. „Männer wollen nicht Kaffee trinken und reden, sondern sie wollen anpacken. Die Gespräche, die bei der Arbeit entstehen sind aber auch schön“, sagt Dirk Scheuermann. Nach zwei Jahren Bauzeit bemerkt er allerdings momentan eine Ermüdung seines Bautrupps. „Die Kirche muss zwar dringend renoviert werden, aber damit werden wir wohl noch ein bisschen warten“, schmunzelt er.
Dass die gesamte Gemeinde für eine so lange Zeit an einem Projekt beteiligt war, führt der Seelsorger auf Verantwortungsbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl der Menschen zurück. „Ich glaube es liegt daran, dass die Gemeinde sich als Familie begreift“, vermutet er.
Die Gemeinde Nierenhof hat in den vergangenen Jahren konsequent auf missionarischen Gemeindeaufbau gesetzt. „Wir haben alle eingeladen“, sagt der Pfarrer, der mit „wir“ seinen großen und ständig wachsenden Stamm von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meint. „Allein kann man so etwas nicht schaffen“, betont er. „Der Schlüssel des Wachstums ist, dass sich die Gemeinde insgesamt missionarisch aufgemacht hat.“ Man profitiere von ProChrist und habe viel vom Willow-Creek-Kongress gelernt. Die Gemeinde gab sich das Motto: „Bei Jesus ein Zuhause finden“.
Kleingruppen und aktive Familienkreisarbeit sind Schwerpunkte der Gemeinde. Gottesdienst findet zeitgleich in mehreren Angeboten statt: für Erwachsene, für Kinder, für Kindergartenkinder und eine Kinderbetreuung. Danach trifft sich die Gemeinde zum Kirchcafé.
In der neuen Halle wird Sport gemacht, es finden Gemeindeveranstaltungen statt und manchmal wird dort auch Gottesdienst gefeiert. Dann werden ein großes Kreuz aufgehängt, Stühle hingestellt und der Raum schön geschmückt. Und so verwandelt sich die Halle in einen heimeligen Raum, in dem die Gemeinde sich geborgen fühlt.