
![]()
![]()
http://www.reformprozess.de/293.0.html

Verbindung durch den Glauben, Leben in weltweiter Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung: Die Einheit dieser drei Grundelemente der christlichen Kirche immer neu und kreativ mit Leben zu erfüllen und weiter zu entwickeln - das ist das Ziel der "Ökumenischen Modellprojekte" in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Auftakt dieser für zehn Jahre angelegten Initiative war am Freitag (9.7.) in Gronau. Alle westfälischen Kirchengemeinden sind aufgerufen, im Verbund der 31 Kirchenkreise und elf Gestaltungsräume ein Ökumenisches Modellprojekt zu entwickeln.
Was ist ein ökumenisches Modellprojekt? Was muss man sich darunter vorstellen? Ein Beispiel: Gemeinden in Westfalen und Tansania könnten eine Energie-Partnerschaft Nord-Süd bilden. Gemeinsam reagieren sie auf den bedrohlichen Klimawandel: Die Kirchengemeinden hierzulande senken ihren Energieverbrauch und decken den Bedarf verstärkt aus Solarenergie. Von dem Geld, das dadurch mittelfristig eingespart wird, können sich die afrikanischen Partner Solarkochgeräte anschaffen, die das knappe Feuerholz sparen helfen. Bei der Umsetzung kommen Querverbindungen zustande: Handwerksbetriebe und mittelständische Firmen sind vor Ort mit ihrem Fachwissen im Bereich Solarenergie beteiligt. Technisch Interessierte helfen mit und lernen so nicht nur ökologische, sondern auch ökumenische und entwicklungspolitische Zusammenhänge. Die evangelischen Kirchengemeinden kooperieren mit ihren katholischen Nachbarn, aber auch mit nichtkirchlichen Initiativen.
Ein weiteres Beispiel: In einem nicht mehr benötigten Gemeindezentrum finden Christen, die als Migranten nach Deutschland gekommen sind, eine neue Heimat. Wenn hier mehrere Gemeinden gemeinschaftlich unter einem Dach leben, könnte so ein Ort der interkulturellen und interkonfessionellen Arbeit mit großer Ausstrahlung entstehen. Die Trägerschaft könnten sich die Kirchenkreise teilen, die zusammen einen Gestaltungsraum bilden.
Noch gibt es keines dieser Ökumenischen Modellprojekte. In Ansätzen oder in ähnlicher Form ist manches vorhanden, was in diese Richtung weist. Doch mit dem Start am 9. Juli sollen die hoffnungsvollen, aber bisher unverbundenen Einzelinitiativen nicht nur einen neuen Schub bekommen, sondern auch auf der Ebene der Gestaltungsräume entwickelt und dann vernetzt werden.

Die Modellprojekte sind ein Bestandteil des Reformprozesses "Kirche mit Zukunft": Sie nehmen die Ziele auf, die sich die westfälische Kirche hier gesetzt hat. "Wir wollen eine konsequente Förderung von Ideen und Initiativen in unserer Kirche!" So heißt es beispielsweise in der Vorlage vom Jahr 2000.
Pressestelle EKvW
![]()
© 2003-2008 Evangelische Kirche von Westfalen.
Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34