Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"Die sind wirklich gut"

Daumen rauf oder runter. Das Presbyterium entscheidet auch über die Besetzung von Pfarrstellen.

"Puh, war das anstrengend!" Dass ein harmloses Einstellungsgespräch so viel Kraft kostet, hätten sich die sechs angehenden Presbyterinnen und Presbyter so nicht vorgestellt.

Dabei war dies nur eine Trockenübung. Ein fiktives Presbyterium führt ein Bewerbungsgespräch mit einer fiktiven Pfarrerin. Und trotzdem, neben den rechtlichen und inhaltlichen Dingen gilt es viel zu beachten. Zumindest, wenn man die "Grundsätze für Leitung, Führung und Zusammenarbeit in der EKvW" ernst nimmt. Die wurden von der Landessynode 2003 beschlossen und den Gemeinden ans Herz gelegt.

Die Neu-Presbyterinnen und -Presbyter nahmen an einem Seminar teil, das in der Tagungs- und Bildungsstätte "Haus Rheineberg" der Kirchenkreise Herford, Lübbecke. Minden und Vlotho stattfand. Titel: "Ehrenamtlich in der Leitung der Kirchengemeinde - die Gemeinde als Arbeitgeber." Zielgruppe: neu gewählte Presbyter und Presbyterinnen.

Leitungsfunktionen wahrnehmen

Die Referenten Sabine Drecoll (l.) und Hans-Joachim Güttler.

"Wir wollen ihnen Hilfestellungen geben, wie sie ihre Leitungsfunktionen gut und souverän wahrnehmen können", erklärte Referent Hans-Joachim Güttler von der Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung des Amtes für missionarische Dienste zum Hintergrund des Seminars. Deswegen auch das fiktive Bewerbungsgespräch, das das theoretisch Erlernte in die Praxis transportierte. Wer übernimmt die Gesprächsleitung? Wer fragt was? Wie kann man der Kandidatin auf den Zahn fühlen, ohne sie zu verschrecken?

Das persönliche Willkommen war wichtig.

Wertschätzung. Das ist ein wichtiges Wort im Miteinander - auch im Umgang mit Mitarbeitenden. Und das machen die "Grundsätze" deutlich. Die sechs Seminarteilnehmer übten deswegen auch die kleinen Gesten: "Besonders angenehm habe ich das persönliche Willkommen empfunden", lautete folglich die Bilanz der "Pfarrerin" in diesem Rollenspiel. Auch, dass verschiedene Ansprechpartner für verschiedene Fragenkomplexe zuständig waren, empfand sie als gut.

"Ich fand es schwierig, zu insistieren und trotzdem freundlich zu bleiben", kommentierte Ulrike Odenhausen, die auf der Seite des Arbeitgebers saß. Wie die anderen in diesem Rollenspiel empfand sie die Situation als ungewohnt und anstrengend.

Idealsätze, die gut umzusetzen sind

Umso wichtiger, fanden die sechs, dass es solche Grundsätze gibt.  "Das sind Idealsätze, die sich aber gut umsetzen lassen", so Ulrike Odenhausen. Zustimmendes Nicken in der Runde. "Solche Sätze sind für andere Berufsgruppen nicht ungewöhnlich", urteilte Eyke Blöbaum und fügte hinzu: "In den Grundsätzen findet sich nichts Abgehobenes. Die sind wirklich gut."

Das Urteil der Seminarteilnehmer nach einem Tag mit den Grundsätzen in Theorie und Praxis: "Jeder hat den Anspruch auf Achtung und Verantwortung. Die Grundsätze für Leitung, Führung und Zusammenarbeit in der EKvW sind eine gute Grundlage für ein faires Miteinander."

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Diakonie und Kirche genießen ein großes Vertrauen in der Bevölkerung, aber sie bekommen auch Gegenwind zu spüren. Sie haben jedoch die große Chance, sich auf die verändernden Bedingungen einzustellen und diese als Herausforderung anzunehmen. Diakonie wie Kirche wollen der guten Botschaft Gottes Gestalt in unserer Welt geben.“
Dr. Udo Krolzik
Ev. Johanneswerk e.V.