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"Die Fusion ist gelungen"

Der kleinste und der größte Kirchenkreis gehen in der Verwaltung zusammen: Wittgenstein und Siegen sind zwar weiter eigenständige Kirchenkreise, werden aber von einem Ort aus verwaltet. „Die Zusammenlegung ist im Großen und Ganzen sehr konstruktiv abgelaufen. Es gab ein hohes Maß an Einsicht bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Notwendigkeit der Zusammenlegung “, erzählt Hartmut Menzel, Leitender Kirchenverwaltungsdirektor der beiden Kirchenkreise. „Gerade für die Mitarbeitenden aus Wittgenstein bedeutet die Fusion viel  an Veränderung. Sie nehmen eine Stunde Fahrt pro Weg in Kauf. Aber es gab keine Probleme“, lobt Menzel die Flexibilität der Wittgensteiner.

Höhere Fachlichkeit

Vor fünf Jahren wagten der Kleine und der Große den Schritt zur Fusion, weil viele praktische Gesichtspunkte dafür sprachen. Zum einen mussten die Verwaltungsaufgaben nicht doppelt wahrgenommen werden, denn zuvor verfügten beide Kirchenkreise beispielsweise über je eine Finanz-, Personal- oder Liegenschaftsabteilung. Jetzt, nach der Fusion, können die Aufgaben anders verteilt werden. „Außerdem garantiert diese größere Verwaltung eine höhere Fachlichkeit“, sagt Menzel. Einen eigenen Bauingenieur konnte sich das kleine Wittgenstein nicht leisten. In der zusammengelegten Verwaltung hat ein solcher Fachmann Platz und kann auch bezahlt werden. Davon profitieren alle.

Auch die EDV wurde in Wittgenstein vor der Fusion von einem Mitarbeiter mitbetreut. Jetzt kümmert sich ein eigener EDV-Fachmann um alle Belange in beiden Kirchenkreisen. „Das erforderliche Fachwissen vorzuhalten, ist für kleine Kirchenkreise schwierig“, weiß Hartmut Menzel, der vor seiner Tätigkeit bei der Kirche lange in der kommunalen Verwaltung gearbeitet hat.

Nun weckt die kommunale Zusammenlegung von Siegen und Wittgenstein bei vielen Menschen der Region keine guten Erinnerungen. Die Skepsis gegen die Verwaltungsfusion hielt sich jedoch trotzdem in Grenzen. „Die Kirchenkreise mit ihren Kreissynoden und allem was dazu gehört bleiben ja bestehen“, erklärt sich Menzel die Offenheit gegenüber der Zusammenlegung.

Gespart

Natürlich wird durch eine solche Fusion auch gespart: Die ehemals 40 Stellen sind auf derzeit 37 geschrumpft. „Dabei haben wir Altersteilzeitfälle genutzt und keine Kündigungen ausgesprochen“, betont Menzel, der sich allerdings auch keinen Illusionen hingibt, dass auch in der fusionierten Verwaltung weiter gespart werden muss. „Die spannende Frage wird sein, wie Verwaltung in der Zukunft aussehen wird“, sagt er. Ehrenamtlichkeit wäre hier ein Mittel, um Geld zu sparen: „Aber das Problem ist dann die Verlässlichkeit.“ Es werde immer Aufgaben geben, die komplett mit Festangestellten bewältigt werden müssten wie Personal- oder Finanz-Angelegenheiten. „Schon aus Datenschutzgründen“, so Menzel.

„Wir als Verwaltung verstehen uns nicht als Selbstzweck, sondern als Dienstleister für die Gemeinde“, erzählt Hartmut Menzel. Deswegen schwärmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch regelmäßig aus, um die Presbyterien und Gemeinden zu besuchen und zu beraten. „Das haben wir schon vor der Fusion so gehalten und das bleibt auch so“, betont der Kirchenverwaltungsdirektor.

Kleine Dependance

Eine kleine Dependance ist in Wittgenstein geblieben: Dort werden die Bauliegenschafts- und Versicherungsangelegenheiten des Kirchenkreises betreut, und natürlich ist sie auch Anlaufstelle für die Wittgensteiner. „Aber inzwischen kennen auch die Wittgensteiner ihre Ansprechpartner in Siegen und gehen nicht zwingend zuerst zu der Außenstelle“, erzählt Hartmut Menzel - der ein positives Resümee zieht: „Die Fusion ist gelungen.“

Den "Fusionsvertrag" finden Sie in unserer Infobörse.