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Die Kirche, die man aufsucht

Sie war 2003 die erste in Westfalen und inzwischen hat sie schon einen Umzug hinter sich: die Wiedereintrittsstelle in Dortmund. Vor gut einem Monat ist sie aus dem Kirchenraum in der Stadtkirche St. Reinoldi ins neu gebaute, angrenzende reinoldiforum gezogen.

Unmittelbar nach der Eröffnung des forums – nachdem die Presse ausgiebig berichtet hatte – standen die Menschen sogar Schlange, um einzutreten. Während der drei Stunden Öffnungszeit sind sieben Menschen eingetreten. Das ist im Vergleich zu sonst eine sehr hohe Zahl. Schließlich ist jeder Eintritt mit einem ausgiebigen Gespräch verbunden“, sagt Wiedereintrittsstellen-Pfarrerin Silke Konieczny. Die Seelsorgerin schiebt den Ansturm auf die Eröffnung. „Viele haben wohl erst da bewusst wahrgenommen, dass es uns gibt“, sagt sie. Inzwischen habe sich der Ansturm gelegt.

Nach anfänglichem Pendeln ganz in Reinoldi

Die Dortmunder Einrittsstelle war schon immer an prominenter Stelle, denn St. Reinoldi liegt mitten in der Fußgängerzone. „Dies ist die Kirche, die man aufsucht – und sei es nur, um während des Einkaufs etwas auszuruhen“, erzählt  Silke Konieczny, die gleichzeitig Pfarrerin für die Stadtkirchenarbeit ist. Anfangs pendelte die Einrittsstelle noch zwischen Reinoldi und der gegenüberliegenden St. Marienkirche hin und her. Dann blieb sie ganz in Reinoldi, in einem durch Wände abgetrennten Bereich im hinteren Teil des Kirchraums.

„Der Raum war nach oben offen. So konnte man die Atmosphäre und die Geräusche in der Kirche spüren“, beschreibt Silke Konieczny die Vorteile des Ortes. „Aber der Raum war eben akustisch nicht geschützt. Wenn jemand mal lauter sprach, dann konnte man es draußen hören“, nennt sie einen Nachteil dieser ersten Lösung.

Kontakt zum Kirchenbau

Das ist im reinoldiforum jetzt anders. Dort ist der Raum abgeschlossen und sichtgeschützt. Er grenzt unmittelbar an die Kirche, so dass auf einer Seite ihr Mauerwerk sichtbar ist. „So ist der Kontakt hergestellt“, ist die Pfarrerin froh, dass die Einrittsstelle nicht in einem x-beliebigen Büroraum untergekommen ist.

Wenn sich auch manches geändert hat – die Öffnungszeiten sind seit Beginn unverändert geblieben: mittwochs von 15 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr. „Das reicht nach unserer Erfahrung aus“, berichtet Silke Konieczny.

Gute Begegnungen

Sie arbeitet nicht allein in der Wiedereintrittsstelle: Rund neun Pfarrer und Superintendenten – Aktive und Ruheständler - aus allen drei beteiligten Kirchenkreisen sind mit im Boot. Sie machen ihren Dienst in der Eintrittsstelle zusätzlich. „Weil man hier so gute Begegnungen und gelingende Gespräche erleben kann“, ist sich Silke Konieczny sicher. „Eintritt light“ gäbe es auch in der Eintrittsstelle nicht. „Die meisten, die kommen, haben sich diesen Schritt gut überlegt. Sie suchen das Gespräch“, sagt die Pfarrerin.

Viele der Menschen, die wieder zurück in die Kirche wollen, sind ihrer Erfahrung nach in den 70ern ausgetreten. Als eine allgemeine kritische Distanz zu Institutionen herrschte: „Finanzielle Gründe waren meiner Einschätzung nach nur Wenigen wichtig.“ Kein Wunder also, dass die Kirchensteuer in den Gesprächen fast keine Rolle spielt. „Die Menschen spüren ein diffuse Zugehörigkeit, suchen nach einer Institution, die für etwas steht“, versucht die Pfarrerin ihre Wahrnehmung zu beschreiben.