Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

"Weil ihnen etwas fehlt"

Der Paketbote nutzte die Gelegenheit: Schon lange hatte er sich mit dem Gedanken getragen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten. Seine Kinder waren in ihrer Heimatgemeinde aktiv und so hatte er sich wieder angenähert. Ihm fehlte aber vermeintlich die Zeit zum formellen Wiedereintritt. Als er in der Bergstraße in Münster ein Paket ausliefern musste, fiel ihm der Hinweis auf die Eintrittsstelle im gleichen Gebäude ins Auge. „Kann ich hier wirklich schnell und unbürokratisch wieder eintreten?“, fragte er. Und dann trat er ein. „Das wollte ich schon lange tun“, sagte er.

Er ist einer von 115 Menschen, die das Angebot der Eintrittsstelle in Münster seit Oktober 2004 genutzt haben. „Am Anfang kamen hauptsächlich Rentner, aber inzwischen kommen vor allem Leute zwischen 30 und 50 Jahren“, erzählt Wiedereintrittsstellen-Pfarrer Uwe Slotta. Manche kommen, weil sie sich um eine Arbeitsstelle bei einem kirchlichen Träger beworben haben. Andere, weil der Ärger, der seinerzeit zum Austritt geführt hat, verraucht ist. Wieder andere, weil ihnen was fehlt. „Manche dieser Leute haben zwischenzeitlich oft Karriere gemacht. Sie haben am Anfang ihrer Berufslaufbahn gedacht, dass ihnen Kirche nichts bringe und sie keine Zeit dafür haben. Jetzt haben sie ihre Ziele erreicht und wollen dahin zurück, wo sie groß geworden sind“, erzählt er.

Die Kircheneintrittsstelle in Münster ist dienstags (10 bis 13Uhr und freitags 15 bis 18 Uhr) geöffnet und im so genannten Ökumeneheim an der Bergstraße 36 - 38 untergebracht, direkt neben der Johanneskapelle. Uwe Slotta ist außerdem noch jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Kirchenfoyer an der Lamberti-Kirche anzutreffen. Das Foyer ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen in Münster, in Trägerschaft der katholischen Kirche (Stadtdekanat Münster e.V.). „Das ist eine gute Sache.“

Eine gute Sache findet der Pfarrer auch die Öffentlichkeitsarbeit für seine Kircheneintrittsstelle. Gerde erst hat er in einem Münsterschen Stadtmagazin zu vier aufeinander folgenden Erscheinungsterminen Anzeigen für den Wiedereintritt geschaltet. Das kostenfreie Magazin wird in Münster viel gelesen, liegt beispielsweise in Kneipen aus. Bereits aufgrund der ersten Anzeige haben sich drei Menschen bei ihm gemeldet, die in die evangelische Kirche eintreten möchten. „Die Bereitschaft der Menschen ist da, sie müssen nur manchmal angestoßen werden“, weiß der Pfarrer. Da ist so eine Anzeige ein guter Anlass.

Was die Menschen an der Eintrittstelle so schätzen? „Das Unbürokratische“, sagt Slotta. „Sie wollen einfach wieder dazu gehören und sich keiner Gewissensprüfung unterziehen.“

Natürlich verweist Slotta – wie alle seine Kolleginnen und Kollegen in den Wiedereintrittsstellen – nach dem Wiedereintritt an die Ortsgemeinden und informiert diese wiederum über das neue „Schäfchen“. Es sei denn, er merkt, dass die oder der Wiedereingetretene in einer anderen Gemeinde besser aufgehoben wäre, beispielsweise wegen der spirituellen Bedürfnisse. „Das kommt aber nur ganz selten vor.“

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
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Weil Jesus Christus unserem Leben Orientierung gibt, geben auch wir Auskunft über unsere Hoffnung und das Fundament, das uns im Leben und Sterben trägt. Durch unser Bildungshandeln stärken wir junge und erwachsene Menschen, damit sie Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen. Wir suchen den Dialog mit fragenden und nachdenklichen Menschen aller Altersstufen und machen ihnen Mut, sich in ihrem Leben an den Geboten Gottes zu orientieren.