Und wenn der Kirchenkreis seinen Wohnwagen anspannt, macht er quasi einen Hausbesuch bei einer ganzen Stadt. Dann stellen die beiden Pfarrer Koppe-Bäumer und Sinn ihr Gefährt mitten auf den Marktplatz – sozusagen in die „Gute Stube“ eines Ortes.
Idealerweise ist zeitgleich Markttag. Da lassen die Menschen nicht lange auf sich warten. Nicht, dass nun jeder gleich in die Kirche eintreten will. Aber der Wohnwagen ist zusätzlich ein gutes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir werden wahrgenommen“, erzählt Sinn.
Den beiden von der Wiedereintrittsstelle ist der Kontakt zu der Ortsgemeinde wichtig. So kündigen sie ihren Besuch an und bitten die örtliche Pfarrerin oder den Pfarrer um einen Besuch am Wohnwagen. „Wenigstens eine Presbyterin oder ein Presbyter der Gemeinde sollte sich bei uns aufhalten“, sagt Kathrin Koppe-Bäumer. Der Grund: Bekannte Gesichter erleichtern den Kontakt und das Gespräch. „Oft gefällt es den Ortspfarrern so gut bei uns, dass sie gar nicht mehr weg wollen“, sagt Peter Sinn, „Für die ist das auch eine gute Gelegenheit, mit den Leuten im Ort zu sprechen.“
Der Wohnwagen bietet mitten im Marktgetümmel eine Rückzugsmöglichkeit. In der gemütlichen Sitzecke im Inneren des Wagens können Eintrittwillige und Pfarrer ungestört ins Gespräch kommen. Seit September 2005 gibt es die mobile Eintrittstelle. Sechsmal stand sie bereits auf den Marktplätzen der Region. Elf Frauen und Männer haben den Besuch zum Widereintritt genutzt. Andere haben einen Termin ausgemacht.
Das Projekt „rollende Wiedereintrittsstelle“ im Kirchenkreis ist auf drei Jahre begrenzt. Dann wird Bilanz gezogen und geschaut ob Aufwand, Kosten und Ergebnis in Relation stehen. „Das ist sehr vernünftig“, findet Sinn.