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Gemütlich ist es in der blauen Sitzecke. Ein intimes Eckchen mit einem Schuss Urlaubsstimmung. Der Kirchenkreis Arnsberg spannt manchmal einen Wohnwagen vor´s Auto und besucht mit dieser rollenden Wiedereintrittsstelle die Menschen vor Ort. Ein Wohnwagen passt nämlich ins Bild.
In der Region Hochsauerlandkreis gehören die rollenden Heime einfach dazu. Zudem besaß der Kirchenkreis bereits einen Wohnwagen. Der war jedoch viel zu groß. Also tauschte man ihn gegen einen kleineren um, und machte sich auf den Weg zu den Menschen.
„Unsere Region ist kleinstädtisch und dörflich geprägt, da kann gerade für Ältere die Mobilität ein Problem werden“, erklärt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer warum der Kirchenkreis die Eintrittstelle manchmal auf Räder setzte. Nicht jeder kann im Hochsauerlandkreis einfach so mal nach Arnsberg kommen, um in die Kirche einzutreten. Und auch das nächste Gemeindebüro ist allzu oft ein Dorf weiter.
Eigentlich ist die Wiedereintrittstelle des Kirchenkreises im Haus der Kirche beheimatet. „Dort sind wir einmal in der Woche verbindlich zu erreichen“, erzählt Pfarrer Peter Sinn. Immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Interessierte können auch Termine machen. Als besonderen Service die Arnsberger Wiedereintrittsstelle auch Hausbesuche – wegen der eingangs erwähnten Besonderheiten der Region.

Und wenn der Kirchenkreis seinen Wohnwagen anspannt, macht er quasi einen Hausbesuch bei einer ganzen Stadt. Dann stellen die beiden Pfarrer Koppe-Bäumer und Sinn ihr Gefährt mitten auf den Marktplatz – sozusagen in die „Gute Stube“ eines Ortes.
Idealerweise ist zeitgleich Markttag. Da lassen die Menschen nicht lange auf sich warten. Nicht, dass nun jeder gleich in die Kirche eintreten will. Aber der Wohnwagen ist zusätzlich ein gutes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir werden wahrgenommen“, erzählt Sinn.
Den beiden von der Wiedereintrittsstelle ist der Kontakt zu der Ortsgemeinde wichtig. So kündigen sie ihren Besuch an und bitten die örtliche Pfarrerin oder den Pfarrer um einen Besuch am Wohnwagen. „Wenigstens eine Presbyterin oder ein Presbyter der Gemeinde sollte sich bei uns aufhalten“, sagt Kathrin Koppe-Bäumer. Der Grund: Bekannte Gesichter erleichtern den Kontakt und das Gespräch. „Oft gefällt es den Ortspfarrern so gut bei uns, dass sie gar nicht mehr weg wollen“, sagt Peter Sinn, „Für die ist das auch eine gute Gelegenheit, mit den Leuten im Ort zu sprechen.“
Der Wohnwagen bietet mitten im Marktgetümmel eine Rückzugsmöglichkeit. In der gemütlichen Sitzecke im Inneren des Wagens können Eintrittwillige und Pfarrer ungestört ins Gespräch kommen. Seit September 2005 gibt es die mobile Eintrittstelle. Sechsmal stand sie bereits auf den Marktplätzen der Region. Elf Frauen und Männer haben den Besuch zum Widereintritt genutzt. Andere haben einen Termin ausgemacht.
Das Projekt „rollende Wiedereintrittsstelle“ im Kirchenkreis ist auf drei Jahre begrenzt. Dann wird Bilanz gezogen und geschaut ob Aufwand, Kosten und Ergebnis in Relation stehen. „Das ist sehr vernünftig“, findet Sinn.
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Alle Texte, falls nicht anders angegeben: Gesine Lübbers
Seite geändert am 23.12.08, 15:34