Mit riesengroßen, roten Buchstaben an den Wänden und einer leuchtenden Laufschrift auf dem Dach, ist die Schnittstelle auch im Durcheinander des Busbahnhofs ein echter Hingucker. Kein Wunder also, dass viele Menschen die Schnittstelle auch als Eintrittsstelle nutzen. Rund 150 Menschen sind hier seit Eröffnung im November 2003 in die Evangelische Kirche von Westfalen (wieder-)eingetreten. „Die Schwellenängste sind enorm hoch. Viele Menschen trauen sich nicht, einfach bei ihrem Gemeindepfarrer zu klingeln und um Aufnahme in die Kirche zu bitten“, weiß Iris Battenfeld. Hier sind die Hemmungen nicht so groß. Außerdem ist das Häuschen 40 Stunden in der Woche besetzt. 17 bis 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – meist ehrenamtlich – sind Ansprechpartner zu Themen rund um die Kirche.
Rufbereitschaft
Möchte jemand in die Kirche eintreten, kontaktieren diese Ehrenamtlichen sofort eine Pfarrerin oder einen Pfarrer. „Ich bin mit einer halben Stelle für die Schnittstelle zuständig“, erzählt Iris Battenfeld. Deswegen ist sie auch oft vor Ort und kann sofort das Eintrittsgespräch führen. Ansonsten gibt es eine Liste mit 13 Pfarrerinnen und Pfarrern, die wochenweise Rufbereitschaft haben. „Dieses System hat sich bewährt“, lautet das Urteil der Beteiligten. In 90 Prozent der Fälle sind Pfarrerin oder Pfarrer schnell zur Stelle. Oft geht es ja auch nur darum einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren – das geht immer.
Zum Gespräch zieht sich dann beispielsweise Pfarrer Uhlstein mit dem Eintrittswilligen ins benachbarte Johannis-Zentrum zurück. „Der Betrieb in der Schnittstelle geht ja weiter“, erklärt er. Aber ein Eintrittsgespräch brauche eben auch einen ruhigen Ort. Iris Battenfeld führt solche Gespräche auch in der Schnittstelle. Alle Eingetretenen bekommen eine Bibel überreicht. Mancher Pfarrer legt noch einen Gemeindebrief oder die UK dazu, Christian Uhlstein gibt dem „Neuling“ das Kirchenbild der EKvW als Broschüre mit auf den Weg.
Wiedereintrittsgottesdienst
Neu in Witten ist der Wiedereintrittsgottesdienst, den Iris Battenfeld zum ersten Mal gehalten hat. Mit sehr positiver Resonanz. Künftig soll einmal im Jahr ein solcher Gottesdienst angeboten werden. Und zwar immer in einer anderen Gemeinde in Witten. Schließlich sind alle Gemeinden Träger der Schnittstelle und sehen auch die Wiedereintrittsstelle als "ihr Ding". „Das Gute an der Schnittstelle ist, dass die Gemeinden durch dieses gemeinsame Projekt zusammenwachsen“, freut sich Christian Uhlstein. „Es ist die Freude an der Vielfalt der Wittener evangelischen Kirche und das Gefühl, wir schaffen was, wenn wir zusammenarbeiten.“
Die Homepage der Schnittstelle.