Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Mit einem Brief fing es an...

Und der kam völlig unerwartet. Der Absender: der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Anke Zoellner staunte nicht schlecht, als sie die Einladung, am Reformprozess "Kirche mit Zukunft" teilzunehmen, im Briefkasten fand. "Damit hatte ich nicht gerechnet", erinnert sie sich. "Nachdem ich mich informiert hatte, war ich überzeugt, dass mein Beitrag als Laiin im Kreise von überwiegend theologischen Experten und Amtsträgern darin bestehen konnte, den Reformprozess aus Sicht und gerade für die Basis mitzugestalten. Außerdem entspricht die Mitarbeit der Laien ausdrücklich dem Wunsch der Verantwortlichen." Und so arbeitet die Synodale aus Brilon seit Mai 2002 nun in der Projektgruppe "Kirchenbild" mit.

Eine Bereicherung

Die Mutter von drei erwachsenen Kindern und Großmutter dreier Enkel unterstützt durch ihren persönlichen Einsatz das mittelständische Familienunternehmen. Sie ist im Kreissynodalvorstand, in der Gemeinde und in der kreiskirchlichen Diakonie ehrenamtlich tätig. Nebenbei besucht sie Theologie-Vorlesungen an der Uni Köln. Dass sie sich zum Mitmachen entschied, hat sie nicht bereut.

"Der Prozess ist schon bis jetzt eine Bereicherung für mich", berichtet die 62-Jährige. "Im Rahmen der Auseinandersetzungen wurde ich auch immer wieder mit meinen grundsätzlichen Glaubensüberzeugungen konfrontiert", fügt sie hinzu. Und diese Fragen liegen ihr besonders am Herzen.

Doppelauftrag

Zu 17 Sitzungen hat sich die Projektgruppe bisher getroffen. Schließlich galt es den Synodenauftrag zu erfüllen und öffentlichkeitswirksam sowie biblisch begründet darzustellen, was die EKvW ist.

Gearbeitet wurde in mehreren Schritten: Zunächst vergegenwärtigte sich die Gruppe noch einmal den Synodenauftrag, berücksichtigte die Stellungnahmen zum Reformprozess, setzte sich dann mit den Erfahrungen, Hoffnungen und Zielen auseinander und studierte die biblisch-reformatorischen Grundlagen zum Kirchenverständnis.

Dann wurde eine Architektur des Textes entworfen.  "Es war ziemlich schnell klar, dass man diesen Doppelauftrag der Synode - die Vergewisserung nach innen einerseits und das Senden eines Signals nach außen andererseits - nur in zwei getrennten Papieren bewerkstelligen kann", erzählt das Projektgruppenmitglied.

Schließlich machte man sich in Untergruppen an die Textentwürfe. "Zunächst gab es für uns unheimlich viel zu lesen. Denn gerade in den biblisch-theologischen Fragen mussten wir uns ja auf den gleichen Stand bringen", erzählt die 62-Jährige von der Arbeit. Zwei dicke Din A 4-Ordner füllt das Material, das es zu bewältigen galt. Hinzu kommen zahlreiche Zwischenpapiere, in die ständig neue redaktionelle Änderungen eingearbeitet wurden.

"Wirklich gut gelungen"

"Das Redaktionsteam hat fantastisch gearbeitet", schwärmt Anke Zoellner. Denn am Ende der Arbeit kam das Positionspapier zum Kirchenbild heraus, das im November 2003 von der Landessynode beschlossen wurde und das Anke Zoellner "wirklich gut gelungen" findet. Ihr gefällt vor allem auch der Dreiklang "Unser Leben - Unser Glaube - Unser Handeln". Und es war ihr wichtig, dass die Leitsätze in "Unser Handeln" herausfordernd indikativisch formuliert sind. Damit möchte sie auch einen hinterfragenden Anstoß in die Diskussion in die Gemeinden bringen: "Kirche muss zu den Menschen gehen!"

Die Arbeit in der Projektgruppe geht weiter, denn das Positionspapier war nur eine ihrer Aufgaben. Anke Zoellner wird auch weiter mit Begeisterung dabei sein. Doch sie weiß auch: "Die wirkliche Bewährungsprobe für den Reformprozess kommt erst noch. Sie findet in der Umsetzung bei den Verantwortlichen in den Gemeinden statt."

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Diese Kirche muss sich verändern, wenn sie zukunftsfähig sein will. Dazu gehört auch, dass sich die Rahmenbedin- gungen für Pfarrerinnen und Pfarrer so ändern, dass sie bessere Arbeit leisten und sich wieder auf die Grundaufgaben des Amtes konzentrieren können.“
Fritz-Uwe Schulte
Projektbüro, Geschäftsführer PG III