Zu „Kirche fragt nach“ gehört ja auch, dass sich die teilnehmenden Gemeinden für ein konkretes Projekt entscheiden und dieses dann in die Tat umsetzen. In Werdohl entschied man sich aus verschiedenen Vorschlägen für die Taizé-Gottesdienste. Es bildete sich eine neunköpfige Planungsgruppe, die ein Konzept und den ersten Gottesdienst entwarf.
„Die Gemeinde Werdohl ist eine gegliederte Gesamtgemeinde mit fünf Bezirken, die bislang auch recht eigenständig sind. Dieses Projekt von Kirche fragt nach sollte etwas für die Menschen aller Bezirke sein und möglichst viele Menschen begeistern“, erklärt der Pfarrer zum Hintergrund und fügt hinzu: „Das ist uns auch gelungen.“
Es habe Widerstände gegeben, Vorbehalte gegen Taizé, aber das seien Einzelmeinungen gewesen. „Außerdem haben wir ja keinen reinen Taizé-Gottesdienst gefeiert, sondern uns einiger Elemente, besonders der Gesänge, bedient und etwas ganz eigenes gemacht“, erzählt Kirchenmusikerin Marion Jeßegus.
Unter anderem die Liebe zur Musik brachte das neunköpfige Planungsteam aus allen fünf Bezirken zusammen. Und die Musik und wenigen Texte machten die Atmosphäre dieses besonderen Gottesdienstes am Mittwochabend aus. „Bleibet hier und wachet mit mir“ lautete der Titel des Gottesdienstes in der Passionszeit. „So eine Kirchenjahreszeit hat etwas Konkretes“, erläutert Marion Jeßegus, warum der erste Gottesdienst am Mittwoch vor Palmsonntag stattfand. Ein weiterer ist für die Adventszeit geplant, der dritte findet bereits im September statt.
Ökumene
Mehr Gottesdienste soll es als konkrete Umsetzung von „Kirche fragt nach“ nicht geben. „Danach werden wir neu nachdenken und die Gottesdienste vielleicht sogar unter einem anderen Namen weiterführen“, denkt Pfarrer Dirk Grzegorek laut nach. Für den Gottesdienst im September ist übrigens ein Franziskaner-Pater mit im Boot des Vorbereitungsteams. Dem hatte der erste Gottesdienst so gut gefallen, dass er mithelfen möchte. „Das ist doch auch ein Erfolg für die Ökumene“, sagt Grzegorek.
Jetzt bereiten sich die Zehn auf den Gottesdienst im September vor und erinnern sich an den ersten Taizé-Gottesdienst im März. „Viele Leute waren schon eine Stunde vor Beginn in der Kirche“, erzählt Christel Vogel vom Vorbereitungsteam. „Und viele wollten danach nicht gehen“, erinnert sich Christiane Dorst. Die neugotische Christuskirche sei in ein Lichtermeer getaucht gewesen, man habe im Mittelgang einzelne thematische Stationen eingerichtet und vor allem auf die Lieder gesetzt. „Das war sehr eindrücklich. Jeder Besucher war mit dem Herzen dabei und hat wohl auch für sich selbst etwas gefunden“, so Christel Vogel.
Für die Kirchengemeinde in Werdohl haben der Reformprozess und Kirche fragt nach auf jeden Fall etwas gebracht. Pfarrer Dirk Grzegorek: „Wir haben einander besser kennen gelernt.“