Evangelische Kirche von Westfalen: Reformprozess Kirche mit Zukunft
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 Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelische Kirche von Westfalen

Abende der Vereinigung

Hans-Dieter Meyer und Pfarrer Rainer Sudbrack (v.l.) freuen sich über die neuen Besucher auch in der Kirche in Wanne.

Das waren nicht nur „Abende der Vereinigung“, weil sich die Gemeinden Crange und Wanne-Nord zusammengetan haben. Das waren „Abende der Vereinigung“, weil auch Menschen teilnahmen, die durch das landeskirchliche Projekt „Kirche fragt nach“ auf die Arbeit in der Gemeinde Crange-Wanne aufmerksam wurden.

Vier Abende zu den Themen „Kirche – gelebte Kirche“, „Erfahrungen im Gottesdienst“, „Abendmahl“ und „Was Christen hoffen“ waren mit rund 70 Leuten pro Abend gut besucht. „Ungefähr 15 Besucherinnen und Besucher sind aufgrund der Fragebogenaktion gekommen“, schätzt Pfarrer Rainer Sudbrack.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Pfarrer Wolfgang-Ernst-Edler und dem Gemeindebevollmächtigten Hans-Dieter Meyer hatte er das Projekt durchgeführt und einige wichtige sowie manch erstaunliche Erkenntnis dabei gewonnen: „Die Menschen wollen Kirche nicht in ihr Wohnzimmer lassen“, sagt Sudbrack. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele der von uns angerufenen Menschen gern bereit waren, den Fragebogen auszufüllen, aber so gut wie niemand wollte besucht werden“, erzählt er und kommentiert: „Das hat es früher nicht gegeben, das ist für mich ein Rätsel.“

Jeden 17ten Menschen zwischen 16 und 80 Jahren haben die zu Beginn des Projektes noch getrennten Gemeinden Wanne-Nord und Crange kontaktiert. 305 Fragebögen wurden verschickt, 68 kamen zurück. „Das entspricht einer Quote von 22,3 Prozent und ist gar nicht mal so schlecht“, sagt Hans-Dieter Meyer. Den geringsten Rücklauf an Fragebögen gab es aus der Gruppe der 16- bis 25-Jährigen, den höchsten bei den über 65-Jährigen. „Hier haben mehr Frauen als Männer geantwortet“, erzählt Meyer, „Das spiegelt den Gottesdienstbesuch wieder“, ergänzt Sudbrack. Besonders erfreulich war, dass auch viele Menschen geantwortet haben, die von sich selbst sagen, wenig oder gar keine Beziehung zur Kirche zu haben.

„Kirche fragt nach“ war aus Sicht der Herner ein Erfolg. „Wir haben vieles bestätigt bekommen, was wir ohnehin schon zu wissen glaubten. Aber jetzt haben wir es schwarz auf weiß, und können auch darauf reagieren“, fasst Rainer Sudbrack zusammen. „Für mich wurde deutlich, dass viele Menschen zu uns keine Beziehung haben. Sie sehen Kirche als Institution und es wird in unserer Arbeit darum gehen, persönlich Beziehungen aufzubauen“, sagt Pfarren Sudbrack. Und so denkt die Gemeinde beispielsweise über Patenschaften für Konfirmanden nach. Außerdem griff sie das Thema auch am ersten Vereinigungs-Abend „Kirche – gelebte Kirche“ auf.

Die Abende waren so ein Erfolg, dass sie im Spätsommer eine Neuauflage erfahren sollen. Unabhängig von „Kirche fragt nach“. Dann soll die Bibel im Mittelpunkt stehen. „Die Menschen sollen das Bibelbuch kennen lernen und lieb gewinnen“, wünscht sich Sudbrack.

Und die Menschen sollen sich in ihrer großen Gemeinde zu Hause fühlen. „Die Abende haben immer etwas Gemeinschaft stiftendes. Wir essen auch gemeinsam“, erzählt Hans-Dieter Meyer. Das will man in Crange-Wanne beibehalten und fördern. Da passt es gut, dass die Kirche in Wanne demnächst 100 Jahre alt wird. Ein Jahr will man dieses Jubiläum mit vielen Aktivitäten feiern. Bei den Planungen wurde auch der Fragebogen einbezogen. So wird man beispielsweise dem Wunsch nach vielen kirchenmusikalischen Angeboten Rechnung tragen. „Und wir werden die Personen, die bei der Fragebogenaktion mitgemacht haben, wieder anschreiben und auf die Veranstaltungen hinweisen. „Wir haben Kontakt geknüpft, den wollen wir pflegen“, sagt Meyer.

Weitere Texte zu "Kirche fragt nach":

Auswertung des Projekts - Gespräch mit Stephan Zeipelt

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Seite geändert am 23.12.08, 15:34

 

 Zitat zum Reformprozess:
Wir laden zu aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein.
Weil alle Christinnen und Christen durch Gottes Geist begabt und befähigt sind, wollen wir eine Gemeinschaft sein, in der Frauen wie Männer, Kinder wie Erwachsene mit ihren Anregungen, ihrer Kritik und ihrer Mitwirkung das kirchliche Leben bereichern. Unsere Kirche lebt vom haupt- und ehrenamtlichen Engagement vieler.